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Es wird Zeit, den Aktienmarkt zu verlassen!

Eine Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“. 

Der traditionell freundliche Monat April hat nach den schwierigen Monaten Februar und März nun noch einmal für Kurserholungen gesorgt. Aber man sollte sich nicht täuschen, dass es nun weiter aufwärts gehen könnte. Es gibt mehrere Warnzeichen, und das Gesamtsystem, das bei Redaktionsschluss noch einen positiven Stand aufweist, kann sehr schnell in den negativen Bereich abrutschen. Aber schauen wir uns die einzelnen Indikatoren näher an. Wir analysieren:
a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Zinsstruktur: Da der Zinsabstand zwischen den langen und kurzen Zinsen in den USA zuletzt geringer geworden ist, bleibt zwar unsere Zinsstruktur (aktuell 0,48) noch im Plus, ist aber auf dem Rückmarsch. Rezession droht noch nicht, aber die Konjunkturaussichten trüben sich ein. Das zeigen auch die Rückgänge des amerikanischen Einkaufsmanager-Index und des deutschen Ifo-Geschäftsklima-Index.

Trendsignal: Ginge es nur nach dem Dow-Utility-Index und dem Dax, hätte dieser Indikator schon längst ein Warnzeichen gegeben. Aber für den Nasdaq-Composite-Index benötigen wir ein 26-Wochen-Tief als Gefahrenmelder. Das wäre erst bei einem Stand unter 6.600 Punkte der Fall. Doch dies ist nicht mehr so weit weg. Anfang April streifte der Index bereits die Marke 6.800, als die Anleger massiv Technologie Aktien verkauften, und erholte sich dann wieder auf über 7.000 Punkte.

Anleihezinsen: Unser Indikator bleibt negativ. Zwar sind die US-Anleihezinsen momentan nicht weiter gestiegen, doch US-Zinspapiere sind mit mehr als 2,5 Prozent Rendite auf dem Weg, zur ernsten Alternative für Aktien zu werden.

Ölpreis: Der Ölpreis hat mittlerweile ein Sechs-Wochen-Hoch ausgebildet und damit wieder ein Warnsignal gegeben. Am 23. März lag er sogar über 70 US-Dollar. Auch wenn er mittlerweile seinen Anstieg nicht weiter fortgesetzt hat, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend erhalten, solange kein Fünf-Wochen-Tief in Sicht ist.

CRB-Index: Der CRB-Index, der die Rohstoffpreisentwicklung anzeigt, bleibt vorläufig in einem ruhigen Seitwärtstrend. Da er vor einem Jahr eine deutlich steigende Tendenz aufwies, ist sein jetziges Verhalten positiv zu werten. Inflationsgefahren gibt es also nicht.

US-Dollar: Der Trend des US-Dollars bleibt schwach, auch wenn er die Marke 0,80 Euro gehalten hat und seit einem Monat in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist. Für eine positive Wende müsste er jedoch auf über 0,84 Euro steigen.

Saisonfaktor: Ab dem 27. April dreht dieses Signal ins Negative, da die Sommermonate in den letzten 50 Jahren eine deutlich schwächere Performance am Aktienmarkt aufwiesen als die Monate November bis April.

Fazit: Es ist ratsam, den Aktienanteil im Depot zumindest zu vermindern. Zwar gibt das Gesamtsystem noch ein positives Signal von 2:1. Doch das wird sich ändern, wenn der Nasdaq-Composite-Index die Marke von 6.600 unterschreitet. Großanleger nutzen bereits seit Anfang Februar jede kurzfristige Erholung, um Aktien zu verkaufen und mehr Liquidität aufzubauen. Auch die zahlreichen Neuemissionen der letzten Monate zeigen, dass die Kurse sehr hoch sind. Denn die Emittenten wollen ja möglichst hohe Preise erzielen. Charttechnisch haben die wichtigsten Aktienindizes ihren Aufwärtstrend bereits gebrochen. Alles deutet also auf den Beginn einer Aktienbaisse ab Mai hin.


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