| | 13. November 2017, The Ritz-Carlton Wolfsburg

Creditreform LIVE Personal – Eindrücke vom Kongress: Mitarbeiter finden, Fachkräfte binden

Der Creditreform-Live-Personalkongress in Kooperation mit CSR Jobs und dem Hotel The Ritz-Carlton Wolfsburg ist vorüber. 43 Teilnehmer und Referenten diskutierten mitten in der Autostadt über Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit und Probleme in der Personalarbeit – und waren am Abend um viele Impulse und Erkenntnisse für ihre tägliche Arbeit reicher:

Wer gewinnt im Wettbewerb um die besten Fachkräfte? Die Bewerber selbst! Ihnen falle es leichter denn je, den Job zu wechseln, wenn sie nicht zufrieden seien. Mit dieser Thesen löste Lorenz Illing, Business-Trainer und Managing Partner der TAM Akademie direkt zum Auftakt des Creditreform-Live-Personalkongresses eine rege Diskussion unter den  Teilnehmern aus. 33 Prozent der jungen Talente planen einen Jobwechsel innerhalb der nächsten zwei Jahre, sogar 90 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre, so Illing. Das heiße für Unternehmen:

Lorenz Illing, Managing Partner TAM Akademie

„Nicht Fachkräfte zu gewinnen ist die Herausforderung, sondern viel mehr noch, sie zu halten.“

Die Vertreter der Generation Y, also die heutigen Berufsein- und Aufsteiger, die nach 1980 geboren wurden, fordern von ihren Arbeitgebern weniger materielle Incentives, sondern Vertrauen, Verantwortung, Transparenz, Wertschätzung und Flexibilität.

Wer diese Werte in seinem Unternehmen vorlebt, kann damit sehr viel erreichen, verdeutlichte Miriam Schilling, Personalleiterin der VAUDE Sport GmbH in ihrem Vortrag.

 

Miriam Schilling, Personalleiterin VAUDE Sport GmbH

“Wir betrachten nicht eine Generation, sondern den Mitarbeiter als Mensch”

In den vergangenen Jahren hat sich die Unternehmenskultur beim Bergsportausrüster in Tettnang am Bodensee von einer patriarchalischen Führung zu einem Umgang auf Augenhöhe gewandelt. Vom Aufbau einer unternehmenseigenen Kindertagesstätte, über flexible und vertrauensbasierte Arbeitszeitmodelle, umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zu sozialem Engagement und der Beschäftigung von Flüchtlingen konnte Miriam Schilling die Effekte auf die Belegschaft aufzeigen: Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit, eine starke Identifkation mit dem Unternehmen und eine entsprechend geringe Fluktuation.

 

Marlies Peine, Projekleiterin der Initiative “Wir zusammen”

“Ich habe den besten Job der Welt”

Welche positiven Effekte Projekte zur Flüchtlingsintegration haben, aber auch welche Herausforderungen damit verbunden sind, stellte Marlies Peine, Projektleiterin der Initiative „Wir zusammen“ eindrucksvoll vor. In der Intergrationsinitiative der Deutschen Wirtschaft haben sich inzwischen mehr als 200 Unternehmen zusammengeschlossen, davon fast die Hälfte kleine und mittlere Unternehmen.

 

Markus Pauly, kaufmännischer Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V.

“Strategische Personalplanung ist ein Muss!”

Hilfreiches Handwerkszeug für Personaler präsentierte Markus Pauly, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, in Form des von der Initiative für Neue Arbeit geförderten Startersets Strategische Personalplanung. Die kostenlose Software enthält aufeinander aufbauende Module, mit denen Unternehmer ihren Personalbedarf, die demografische Entwicklung ihrer Belegschaft oder auch Weiterbildungsbedarf analysieren können – als wertvolle Grundlage für eine tragfähige Personalstrategie.

 

Marion Frings, Head Talent Management UPS Deutschland

“Wir sind mehr als nur ein Paketdienst”
Der Konzern das unbekannte Wesen.
Dass nicht nur KMU vor der Herausforderung stehen, ihre Vorzüge im Employer Branding attraktiv darzustellen, sondern auch Großunternehmen, berichtete Marion Frings, Head Talent Management bei UPS Deutschland. In Kooperation mit Prof. Anja Karlshaus und Studenten der Cologne Business School hat das Unternehmen – das tatsächlich mehr als 360 verschiedene Berufsbilder anbietet – seine Bewerberkommunikation überarbeitet, um bei seinen Zielgruppen deutlicher wahrgenommen zu werden.

 

Ivo Leidner, Key Account Manager Audimax Medien GmbH

“Der Köder muss dem Fisch schmecken”
Wie wichtig es ist, diese Zielgruppe zu kennen, machte Ivo Leidner, Key Account Manager bei der Audimax Medien Gmbh deutlich. Er präsentierte Daten aus dem aktuellen Studentenmonitor, einer jährlichen Umfrage unter mehr als 1.000 Studierenden, die zum Teil überraschten. So legen Betriebswirte weniger Wert auf ein gutes Gehalt als Ingenieure. Angehende IT-Fachleute wiederum wünschen sich vor allem ein gutes Arbeitsklima, während der Standort des Unternehmens für sie eine untergeordnete Rolle spielt.