Seitenblick

Urlaub ist Urlaub!

Unsere mobilen Arbeitsmöglichkeiten haben einen Nachteil: Die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen, viele Berufstätige können selbst im Urlaub nicht die Augen vom Blackberry oder iPhone nehmen. Eine neue Studie von Regus, die mir heutmorgen auf den Schreibtisch geflattert ist, untermauert diese selbstgemachte Erfahrung mit interessanten Statistiken. Knapp ein Drittel der deutschen Berufstätigen arbeitet im Urlaub ein bis drei Stunden am Tag. Sieben Prozent opfern täglich sogar mehr als drei Stunden, und 14 Prozent könnten eigentlich gleich zu Hause bleiben – sie sind im Urlaub fast genauso viel im Einsatz wie sonst! Die Einzelheiten …

Deutsche Frauen können laut der Studie die Arbeit eher zu Hause lassen als Männer: So geben immerhin 15 Prozent der berufstätigen deutschen Männer zu, im Urlaub im gewohnten Umfang beispielsweise Anrufe entgegen zu nehmen oder E-Mails zu beantworten. Beim weiblichen Geschlecht sind es dagegen nur neun Prozent. Weniger als sonst, jedoch immer noch mehr als drei Stunden pro Urlaubstag im Einsatz und erreichbar sind acht Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen. Nahezu jeder dritte Mann und jede fünfte Frau investieren immerhin noch ein bis drei Stunden in Arbeit.

Deutsche nicht die schlimmsten Workaholics 

Der Bundesbürger als superkorrekter Fleißarbeiter auch im Urlaub? Nicht wirklich: Im internationalen Vergleich sind die sonst als so arbeitsam titulierten Deutschen sogar eher „faul“. Als wahre “Holiday-Workaholics” outen sich hingegen die Japaner: 68 Prozent unterscheiden hier scheinbar nicht zwischen Arbeitszeit und Erholung und ziehen Ihren Tagesablauf durch. Auch Amerikaner und Briten können schwerer von ihrer Arbeit lassen als die Deutschen: 56 beziehungsweise 35 Prozent opfern ein bis drei Stunden Urlaubszeit je Tag. Jeder zweite befragte Amerikaner und jeder dritte Brite erledigt weiterhin ganztags seinen Job – nur eben am Strand statt im Büro.

Erholungsurlaub zur Erholung nutzen!

Wenn sich Chefs über diesen Arbeitseinsatz freuen, ist das meiner Meinung nach zu kurz gedacht: Zwar kommen die absolvierten Stunden und die eingebrachte Energie dem Betrieb kurzfristig zu Gute, doch zu welchem Preis? Erholungsurlaub ist wichtig und wohlverdient — und nur wer ihn sich nimmt und ihn genießen kann, steht anschließend der Firma auch wieder mit vollen Kräften zur Verfügung. Und das sollte dem Chef mehr wert sein als Mitarbeiter, die sich halb arbeitend, halb schwächelnd dann nach dem “verpassten” Urlaub durch den Herbst schleppen.

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