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    erfolgreich, Kolumne, Strategie

    Unternehmerischer Mut: Werden Sie zum Brandstifter!

    Sie haben schon immer davon geträumt, selbstständig zu arbeiten, wollten schon von jeher ein eigenes Unternehmen gründen – haben den Schritt aber nie gewagt? Und auch kleinere Projekte, die Sie immer schon anpacken wollten, schieben Sie ständig vor sich her? Damit sind Sie nicht alleine: Vielen Menschen fehlt oftmals der Anstoß, innerlich „Ja“ zu sagen und mit Leidenschaft und Feuereifer in die Umsetzung zu gelangen. Ihnen fehlt der unternehmerische Mut – aber auch das Wissen darum, dass man unternehmerischen Mut erlernen kann…

    Unternehmerischen Mut hat man – oder eben nicht. So denken viele Menschen.  Doch die für Unternehmertum erforderlichen Kompetenzen werden den Menschen keineswegs in die Wiege gelegt. Dies widerspricht jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen hierzu. Unternehmerischer Mut samt seiner nötigen Kompetenzen kann vielmehr entwickelt werden, ist erlernbar. Die Voraussetzung dafür: die aktive Arbeit an der inneren Einstellung und das Üben der Handlungskompetenz – gerade auch nach einem Scheitern.

    So ist das Herzstück für die Entwicklung Ihres unternehmerischen Mutes „der Prozess“ – ein Prozess, bei dem Sie sich Ihren Herausforderungen stellen, an ihnen wachsen und sie meistern. Nach außen sieht dies oft wie ein sprunghaftes Ereignis aus. Doch das ist es nie. Es sind immer innere Entwicklungen über einen längeren Zeitraum nötig, die dann nach außen hin als eine plötzliche, oft für das Umfeld überraschende Entwicklung sichtbar werden.

    Sie müssen wollen!

    Sind Sie bereit, diesen Prozess zu durchlaufen? Wollen Sie unternehmerischen Mut entwickeln? Ihr „Ja“ hierfür ist ganz entscheidend. Denn beim unternehmerischen Mut geht es letztlich um eine Grundsatzentscheidung für das eigene Feuer. Es geht damit um eine Haltung, die Sie immer spontan und zugleich rational einnehmen sollten. Und diese Entscheidung muss immer wieder neu getroffen werden. Solange,  bis Sie tief in sich spüren: „Ich lebe diesen Mut!“

    Neben dem Wollen braucht unternehmerischer Mut freilich noch mehr: das notwendige Können sowie die Möglichkeit, dass sich das Feuer entwickeln kann. Aus meiner Sicht ist das Wollen jedoch das Schwierigste – sich dem Prozess stellen, ihn aushalten, dranbleiben. Dafür ist unter anderem ein dynamisches Selbstbild nötig, das Veränderungsmöglichkeiten voraussetzt. Kurz: Sie müssen an Entwicklungschancen glauben und an sich selbst die Forderung zur ständigen Weiterentwicklung stellen. Statt „Das kann ich nicht!“ sollte „Das kann ich noch nicht!“ Ihr Motto sein, statt „Ich muss!“ „Ich will!“. Und anstatt zu sagen „So bin ich einfach! “ und „Das ist hoffnungslos!“ sollten Sie sich fragen, ob Sie sich ändern wollen beziehungsweise überlegen, welche Alternativen es gibt.

    Ihre Brandbeschleuniger für unternehmerischen Mut

    Um das Feuer Ihres unternehmerischen Muts zu entfachen und am Brennen zu halten, müssen bestimmte Faktoren gegeben sein. Ich nenne sie Brandbeschleuniger, denn Brandbeschleuniger werden eingesetzt, um wenig brennbare Sachen in Flammen zu setzen. Mir sind sechs Brandbeschleuniger für unternehmerischen Mut besonders wichtig. Es sind „Brand-Sätze“, die Ihnen im Mut-Prozess dauerhaft weiterhelfen:

    Brandbeschleuniger 1: Sie müssen sich entscheiden

    Holen Sie sich immer wieder Ihr inneres „Ja“ ab. Das ist wie ein Vertrag mit Ihnen selbst. Und es ist im wahren Sinne des Wortes Ihr erster grundlegender Brandbeschleuniger für unternehmerischen Mut.

    Brandbeschleuniger 2: Sie brauchen Durchhaltevermögen – Ihr Prozess braucht Zeit

    Kommt Ihnen auf die Frage „Wollen Sie unternehmerischen Mut in Ihrem Leben?“ kein „Ja“ von den Lippen, sind Sie sich einfach nicht sicher, ist das kein Grund resigniert zu sein. Es bedeutet lediglich: Gut Ding will Weile haben. Ihr Prozess  braucht Zeit – und Sie brauchen daher Durchhaltevermögen.

    Brandbeschleuniger 3: Es muss Ihnen einfach und klar sein

    Sie haben einen intuitiven Zugang zu Ihrem Mut, eine innere Vorstellung davon. Was heißt das? Jeder unternehmerische Zugewinn an Wissen und Erkenntnis wird von Ihnen im Kern als Prinzip so einfach und klar wie möglich abgespeichert. Dies führt letztlich dazu, dass Leistungen selbstverständlich werden. In meiner Zeit als Jongleur habe ich oft den Satz „Das würde ich nie hinkriegen!“ gehört. Dabei habe ich für das Jonglieren mit sieben Bällen nur ein paar Jahre geübt, was dazu geführt hat, dass mir das Vorführen immer leicht gefallen ist. Genau darum geht es: Wenn Sie beim unternehmerischen Denken und Handeln dranbleiben, werden die Dinge in Ihnen selbstverständlich. Es wird Ihnen einfach und klar.

    Brandbeschleuniger 4: Sie müssen unterstützende Wegbegleiter finden

    Wichtig ist darüber hinaus, dass Sie unterstützende Wegbegleiter um sich haben. Wir alle brauchen Menschen, die an uns glauben. Gerade in den ersten Monaten als neue Führungsperson oder den ersten Jahren einer selbstständigen Existenz muss unser inneres Feuer mithilfe von fördernden Chefs, Mentoren oder Freunden am Lodern gehalten werden. Es gibt keine Motivationsrambos, die immer aus sich heraus top motiviert sind. Motivation entsteht über Beziehung.

    Brandbeschleuniger 5: Sie wissen, dass Rückschläge dazugehören und stark machen

    Rückschläge wird es in Ihrem Berufsleben immer geben. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Je nachdem können Rückschläge Kraft geben, denn man kann aus ihnen lernen – sei es etwas über Strategie, über den Markt, über das Produkt oder über das Marketing. Voraussetzung: Sie müssen sich den unbequemen Fragen der Rückschläge stellen:

    • Worum geht es eigentlich?
    • Wie ist es zum Scheitern/zum Fehler gekommen?
    • Was ist Ihr Anteil daran?
    • Was können Sie daraus lernen?
    • Wollen Sie die Konsequenzen daraus umsetzen?

    Brandbeschleuniger 6: Sie brauchen und setzen Ziele

    Wichtig ist: Sie brauchen eine innere Ausrichtung – vom Selbstverständnis bis hin zu den Zielen. Damit Sie Ihre Ziele klar benennen können, eine positive Identität in Ihrem Berufsleben finden und letztlich Selbstbewusstsein und unternehmerischen Mut entwickeln, ist es unter anderem sinnvoll, dass Sie sich mit Ihrer Biografie beschäftigen. Es gilt, Ihren Werdegang, Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen, Ihre Geschäftsidee beziehungsweise Ihren Job oder Ihr Projekt, Ihre Zielgruppe / Ihr Team, Ziel und Ertrag sowie Ihre Werte und Prinzipien sowohl einzeln zu reflektieren als auch im Zusammenspiel zu betrachten. So kommen Sie letztlich zu realisierbaren Zielen und verantwortbaren Entscheidungen.

    Zerlegen Sie Ihre Ziele in viele kleine Aufgaben!

    Ist Ihr Ziel definiert, gilt es, die Schritte festzulegen, um es zu erreichen. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Ziele in viele kleine Schritte und Aufgaben oder Aktivitäten zerlegen und dann Ihre Energie darauf verwenden. Dazu zählt auch der Erwerb des nötigen Wissens sowie der erforderlichen Kompetenzen. Unternehmerischer Mut ist immer ein Handwerk mit Lehrjahren, Wanderschaft und Meisterzeit. Zu den Lehrjahren gesellen sich in den Wanderjahren Erfahrungsprozesse, bevor Sie die wahre Meisterschaft entwickeln. Dann endlich sind Sie am Ziel – und leben unternehmerischen Mut.

    Lutz Langhoff ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Langhoff & Wessling UnternehmensentwicklungAls Buchautor zeigt er in seinem kürzlich bei Gabal erschienenen Titel „Die Kunst des Feuermachens“, wie sich das eigene unternehmerische Feuer entfachen lässt.


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