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Gamedesign – eine unterschätzte Branche

Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland spielen regelmäßig digitale Spiele. 6 Millionen davon sind über 50 Jahre alt und 46% der regelmäßigen Spieler sind Frauen (Quelle: BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.). Damit ist der Gamesmarkt einer der unterschätztesten Märkte überhaupt.

(c) BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.

(c) BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.

In diesem Artikel erhalten Sie eine kleine Einführung, in die große Welt des Gamedesign.

Teamplay!
An der Erstellung eines Spiels sind zahlreiche Spezialisten gefragt, die Hand-in-Hand arbeiten müssen. Dies beginnt bei kleinen Independent-Studios mit 10 bis 50 Mitarbeitern und geht bis zu Teamgrößen von mehreren Tausend Menschen, die mehrere Jahre arbeiten, um die großen Titel zu erstellen.

Der Gamedesigner
Um ein Spiel zu entwickelt, sind zahlreiche Disziplinen gefragt. Im Zentrum des Geschehens steht der Gamedesigner. Er kreiert die Idee zu einem Spiel, erarbeitet die Spielregeln und gibt den roten Faden vor. Die hohe Kunst ist es, diesen roten Faden so auszubalancieren, dass ein faires, spannendes und zu gleich erlernbares Spiel entsteht, dass stets einen anderen Verlauf nehmen kann und möglichst nicht langweilig wird.

Der Developer
Digitale Spiele müssen programmiert werden. Gamedevelopment ist ein ganz eigener Bereich der Informatik mit aufregenden Teilbereichen: Künstliche Intelligenz, Physik- und Graphikprogrammierung, Hardware-Steuerung, Cloud-Computing und viel mehr. Doch die Herausforderung geht über die Kombination dieser Disziplinen hinaus. Häufig sollen Spiele auf den älteren Konsolen (wie z.B. die Playstation 3 oder XBOX 360) genauso funktionieren, wie auf einem iPad, einem PC oder eben der neuesten Generation der Konsolen.

Der Artist
Atemberaubende Graphik ist oft das Erste, was über neue Spiele kommuniziert wird. Die Wiedergabe der Realität ist in den letzten Jahren so gut geworden, dass künstliche Computergraphik von einem Film nicht mehr zu unterscheiden ist. Hinter den Games-Graphiken stecken die Games-Graphiker, die Artists. Sie sind wahre Künstler, die die Pixel lebendig werden lassen.

Der Producer
Den Producer kann man als Gegenstück zum Gamedesigner sehen. Hat der Gamedesigner die initiale Idee und spinnt den roten Faden, fügt der Producer die Stücke zusammen. In seinem Aufgabengebiet liegt die Zusammenstellung der Teams, das Management von Lizenzen, die (internationale) Vermarktung, die Koordinierung mit dem Marketing und viel mehr.

Der Stratege
Eine noch seltene Rolle ist der Spieltheoretiker. Die Spieltheorie hat einen langen Weg von der Philosophie, zur Mathematik und schließlich zu den Wirtschaftswissenschaften gemacht und findet nun ein neues Zuhause im Gamedesign. Sie ist das Werkzeug, um Strategien zu verstehen, Entscheidungen zu planen und Mitspieler einzuschätzen. Ob im Spiel oder in der Wirtschaft – die Mechanismen und Werkzeuge sind identisch.

Der Gamesmarkt
Die Produktionskosten von Spielen schwanken zwischen einigen hunderttausend und einigen hundert Millionen Euro. Eines der bisher erfolgreichsten Spiele – Grand Theft Auto V – hat über 270 Millionen Dollar Produktionskosten gefordert, diese aber auch in wenigen Stunden nach Verkaufsstart wieder eingespielt: Nach dem ersten Verkaufswochenende stand auf der Umsatzanzeige mehr als 1 Milliarde Dollar (Quelle: Wikipedia).

GAME_Marktzahlen_Deutschland_2013

Der Deutsche Gamesmarkt im Überblick

Neben Erfolgsstories wie der diesen, sind große Teile des Gamesmarkts vor Allem durch die Leidenschaft der Entwickler getrieben. Viele Spiele entstehen vorrangig mit Herzblut, Schweiß und Disziplin in guter handwerklicher Tradition: Mit Liebe gemacht.


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