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    Finanzierung, solvent

    Finanz-Spezial (4): Expandieren – Erweiteter Horizont

    In Euro vorfinanzieren. Auch Auslandsgeschäfte wollen vorfinanziert sein. Viele Firmen machen das klassisch per Kontokorrentkredit. Oder sie nehmen Fremdwährungskredite auf, die zurückgezahlt werden, wenn der ausländische Kunde die Rechnung in der fremden Währung bezahlt. Somit sind sie von Währungsschwankungen verschont geblieben und haben sich Liquidität gesichert.

    Das Risiko verlagern. Vor allem größere Firmen, die schon länger im Ausland aktiv sind, arbeiten oft mit Partnern vor Ort zusammen, mit denen sie in Euro abrechnen. Diese tragen das Währungsrisiko. Wären es Tochterfirmen, würden diese der Mutter bei Währungsturbulenzen womöglich geringere Deckungsbeiträge überweisen. Existiert jedoch ein zentrales Währungsmanagement in der Heimat, werden die Töchter in der Landeswährung fakturiert – und die Mutter steuert alle Währungsrisiken zentral per Termingeschäft, Option oder Fremdwährungskredit. So behält sie den Überblick und braucht nur noch wenige Spezialisten in der Zentrale.

    • SPEZIAL • Finanzierung? Die Mischung macht’s!

    Ein Unternehmer durchläuft viele Phasen. Und jede davon stellt ihre eigenen Anforderungen an die Finanzierungsstrategie. Lesen Sie in unserem Spezial, welche Alternativen es gibt, worauf umsichtige Betriebsinhaber achten – und wie andere Firmenchefs die Entwicklungen gemeistert haben.

    1. Gründen
    2. Wachsen
    3. Erhalten
    4. Expandieren
    5. Sanieren
    6. Übergeben

    Vorsicht, Meldepflicht

    Klassische Instrumente zur Absicherung von Währungsrisiken, wie Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen, sind Derivate – damit fallen sie unter die European Market Infrastructure Regulation, kurz: EMIR. Jeder, der ein Derivat kauft oder verkauft, muss dieses Geschäft seit dem 12. Februar 2014 an ein zentrales Transaktionsregister melden. Vergisst ein Unternehmen, über eine Derivatetransaktion zu informieren, kann die Finanzaufsichtsbehörde BaFin ein hohes Bußgeld verhängen. Grund für die strenge Kontrolle: Es waren Derivate, die 2009 das globale Finanzsystem erschütterten und die Finanzmarktkrise ausgelöst haben sollen. Daher haben die EU-Staaten die EMIR-Richtlinie erlassen.

    Einfach strukturierte Derivate zur Absicherung von Währungsrisiken oder auch Rohstoffpreisen haben zwar wenig mit den komplexen Finanzprodukten gemein, die man für die Finanzkrise verantwortlich macht. Dennoch müssen auch Mittelständler die Meldepflicht erfüllen. Größere Unternehmen melden teilweise selbst. Kleinere Firmen sind Experten zufolge gut beraten, den entsprechenden Service ihrer Hausbank zu nutzen. Auch die Genossenschaftsbanken helfen hier. „Solange Unternehmen mit ihren Derivaten im unteren einstelligen Millionenbereich bleiben, ist das absolut sinnvoll“, meint Dirk Schiereck, Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. Zwar haftet weiter das Unternehmen dafür, dass ordnungsgemäß gemeldet wird. „Ohne Unterstützung der Bank wäre das Risiko aber sicher wesentlich größer“, sagt Experte Schiereck.


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