Recycling_Green Business_Rohstoffe_Produktion.jpg

Seitenblick

Warum leiden die Rohstoffpreise – und was hat das mit dem Zinsniveau zu tun?

Seit Wochen werden Rohstoffe mit deutlichen Preisabschlägen gehandelt: Öl, Edelmetalle, Industrie-Rohstoffe – sie alle bluten quer durch die (Werk-)Bank. So mancher Unternehmer mag sich freuen, wenn seine Einkaufspreise dadurch sinken: Sinkende Preise für Ressourcen wirken immer auch wie ein kleines Konjunkturprogramm. An den Zapfsäulen bemerken wir Verbrauchen hingegen nur wenig vom schwächelnden Öl.

Das liegt daran, dass gleichzeitig der Euro zum Dollar nachgibt. Womit wir schon beim Thema dieses Blogeintrags wären: Warum kommen die Rohstoffpreise so massiv zurück, was sagt das aus über die Verfassung der Weltwirtschaft – und was hat das alles mit der angedeuteten Zinswende in den USA zu tun?

Zunächst sollten wir uns klarmachen: Der US-Dollar ist weiterhin die Weltreservewährung. Seine Entwicklung beeinflusst – direkt oder indirekt – jeden Preis auf der Welt. Auch den der Rohstoffe.

 

Hier daher ein Erklärungsversuch, stark vereinfacht und auf die aller gröbsten Zusammenhänge reduziert:

  • der US-Dollar befindet sich seit Jahren auf dem Vormarsch
  • das lässt Geld aus den Schwellenländern, in denen die meisten Rohstoffe gefördert werden, in die USA strömen
  • die frischen Mittel werden in den USA investiert, was die Hoffnung auf einen Aufschwung nährt und mit die Zinswende wahrscheinlicher macht
  • steigende Zinsen jedoch – oder bereits die Erwartung davon – verteuern Kredite in US-Dollar und lassen die Weltleitwährung weiter anziehen
  • die Kaufkraft weltweit leidet, weil es mit den Währungen der Schwellenländern weniger zu kaufen gibt
  • die weltweite Konjunktur wird gedämpft, die Nachfrage nach Rohstoffen sinkt
  • einzig die Konsumenten in den USA können beherzt zulangen. Beispielsweise lagen die jüngsten Autoabsatzzahlen in den USA auf Rekordniveau

Sorgen bereitet auch die nachlassende Nachfrage im Welthandel, abzulesen an den Verschiffungskosten: So sind die Frachraten auf den Schiffsrouten zwischen Asien und Europa n den vergangenen Tagen um weitere 20 Prozent eingebrochen und liegen inzwischen unter den tatsächlichen Kosten: auf Dauer kein haltbarer Zustand, aber neben den sinkenden Rohstoffpreisen sicherlich ein Warnsignal, dass die Konjunktur weltweit erlahmt.


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>