Prof. Thorsten Hofmann ist Leiter des Institutes for Crisis, Change and Conflict Communication C4 der Quadriga Hochschule Berlin. 
(c) quadriga.euProf. Thorsten Hofmann ist Leiter des Institutes for Crisis, Change and Conflict Communication C4 der Quadriga Hochschule Berlin.

(c) quadriga.eu

erfolgreich, Kolumne, Personal

Körpersprache: Achten Sie auf Widersprüche

Der Mensch ist darauf ausgerichtet, auch ohne Worte zu kommunizieren. Dennoch konzentrieren sich die meisten Menschen auf die verbalen Aussagen ihres Gegenübers, anstatt stärker die Botschaften zu analysieren, die ihr Gesprächspartner durch Bewegungen seines Körpers unbewusst und oft auch ungewollt sendet. Lassen Sie mich daher Ihren Blick schärfen.

Zur Körpersprache zählt neben der Haltung einer Person auch die Mimik und die Gestik, die sie verwendet. Jeder Mensch kann seine bewusste Körpersprache trainieren und bestimmte Verhaltensweisen erlernen, wie zum Beispiel eine gerade Haltung während eines Vortrags einzunehmen. Die natürlichen Reaktionen unseres Körpers auf bestimmte Situationen oder Gemütszustände sind im limbischen System verankert, einer Funktionseinheit des Gehirns. Den überwiegenden Teil nonverbaler Reaktionen können wir nur bedingt steuern. Insbesondere wenn wir spontan reagieren, konzentriert oder überrascht sind oder unter Stress stehen, zeigen wir unsere unbewusste Körpersprache, die dem aufmerksamen Beobachter wichtige Informationen vermittelt.

Lesen Sie auch: Achten Sie auf Ihre Körpersprache! Wir zeigen elf Haltungen, die Sie jederzeit einnehmen können – die übrigen neun sollten Sie sich möglichst abgewöhnen

3 Wege zur Selbstberuhigung

In Stresssituationen greifen Menschen intuitiv zu bestimmten Gesten, um sich zu beruhigen. Solche Beruhigungsgesten, sogenannte Adaptoren, erfolgen unbewusst. Sie sind wie Ventile und dienen der Regulierung unserer Emotionen. In der Wissenschaft unterscheidet man dabei zwischen drei Arten von Beruhigungsgesten:

  • Selbst-Adaptoren sind solche Gesten, bei denen sich eine Person selbst berührt. Das kann zum Beispiel ein Griff ans Ohrläppchen, das Berühren des Halses oder des Nackens sowie die Berührung der Handinnenflächen sein. Wenn eine Person die Wangen aufbläht oder sich mit den Fingern über das Gesicht fährt, lässt das auf Sorge oder psychische Belastung schließen.
  • Fremd-Adaptoren dagegen beruhigen uns, indem wir eine andere Person anfassen, beispielsweise deren Hand halten oder sie am Arm berühren.
  • Objekt-Adaptoren äußern sich durch das Ertasten eines Gegenstandes: Das kann das Berühren der Brille oder der Uhr sein, ein Griff zum Glas oder das Richten der Krawatte. Die Herstellung von Körper- oder Objektkontakt beruhigt uns, wenn uns Stress, Unsicherheit oder Ängste plagen. Gerade in Verhandlungssituationen, in denen sich beide Parteien nicht in die Karten schauen lassen möchten, können diese Beobachtungen sehr wertvoll sein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite alles über die Sprache unserer Hände


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lesen Sie weiter