Handelsblatt News

Tausende US-Schüler demonstrieren gegen Waffengewalt

Einen Monat nach dem Massaker in Florida sind in den in den USA mehr als 3000 Schulstreiks organisiert – auch gegen die Waffenlobby NRA.

Einen Monat nach dem Schulmassaker in Florida haben am Mittwoch Tausende von Schülern in den USA ihre Schulen verlassen und für strengere Waffengesetze demonstriert. Mehr als 3000 Schulstreiks waren in den USA und darüber hinaus geplant, organisiert von Empower, der Jugendorganisation von Women’s March, die 2017 zur Amtseinführung von Präsident Donald Trump eine Massendemonstration in Washington auf die Beine gestellt hatte.

Auch in Parkland im US-Staat Florida, wo ein Angreifer mit einem Sturmgewehr am 14. Februar 17 Menschen erschoss, verließen Schüler den Unterricht. Einer von ihnen, David Hogg, übertrug den Protestmarsch auf seinem Youtube-Kanal. ‘Alle diese Leute hätten an diesem Tag sterben können’, kommentierte er. ‘Ich hätte an diesem Tag sterben können.’

Auch vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich Tausende junger Leute und forderten eine Verschärfung des Waffenrechts. ‘Wann wollen wir das? – Jetzt!’, riefen sie. Präsident Donald Trump war am Mittwoch in Kalifornien.

Empower teilte auf seiner Webseite mit, die Schüler sollten die Proteste frei gestalten. Den Demonstranten wurde aber eine Liste mit Forderungen an die Politik angeboten; darunter ein Verbot von Sturmgewehren und zwingende Hintergrundüberprüfungen bei allen Waffenverkäufen. ‘Unsere gewählten Vertreter müssen mehr machen, als Gedanken und Gebete zu twittern als Antwort auf die Gewalt’, hieß es.

Die Aktion am Mittwoch war die erste von mehreren geplanten Großkundgebungen gegen Gewalt und Waffenlobby in den USA. Am 24. März soll beim ‘March for Our Lives’ für Sicherheit an Schulen demonstriert werden, die Organisatoren erwarten Hunderttausende dazu in Washington. Erneute Schulstreiks sind am 20. April angekündigt, den 19. Jahrestag des Schulmassakers in Columbine.

Die Schulen von New York bis Parkland und Washington reagierten unterschiedlich auf die Streiks am Mittwoch. Einige Schulleitungen lobten die Aktion oder duldeten sie zumindest, andere drohten Strafen wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht an.

Viele Schüler ließen sich dadurch nicht von ihrem Protest abbringen. ‘Veränderung komm nicht ohne Gegenreaktion’, sagte die Schülerin Kara Litwin in Cobb County. Bürgerrechtsorganisationen wie die ACLU boten streikenden Schülern im Falle von Sanktionen ihre Hilfe an. In Pennsylvania, Wisconsin und Texas erklärten einige Anwälte, sie würden Schülern kostenlosen Rechtsbeistand gewähren, sollten sie wegen ihres Streiks bestraft werden.1p1p


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