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Servant Leadership in der Praxis: Hoher Wirkungsgrad in der digitalen Transformation

In meinen letzten Beiträgen habe ich das Konzept „Servant Leadership“ vorgestellt. Jetzt folgt eine zweite Blogserie, in der ich die konkrete Anwendung dieses Führungsansatzes in den Bereichen digitale Transformation, zunehmende Komplexität und Feedback-Kultur erläutere. Den Anfang macht die Überlegung, welchen Nutzen Servant Leadership für die Digitalisierung bietet.

Die digitale Transformation ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, wir begegnen ihr tagtäglich. Rapide Entwicklungen, wie der schnelle Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz, erfordern den Einsatz neuer Technologien. Doch deren Vorhandensein allein schafft noch keinen Wandel. Erst wenn die Mitarbeiter in der Lage sind, neue Technologien um- und einzusetzen, können sie dem Unternehmen Effizienz und Erfolg bringen. Ziel der Transformation ist es also, ein „Betriebssystem“ zu entwickeln, das Unternehmen dazu befähigt, flexibel und agil zu reagieren. Eine beliebte Maßnahme dafür ist die flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Dies trägt zur Agilität eines Unternehmens bei, ist bei Weitem aber nicht ausreichend. Ebenso wichtig sind eigenverantwortliches Arbeiten und intensive Absprachen im Team.

Viele Unternehmen haben die Vorteile eines hohen Maßes an Agilität bereits erkannt, jedoch noch Nachholbedarf bei der konkreten Umsetzung. Ein häufiger Grund dafür ist die Angst vor einem drohenden Kontrollverlust – und dem damit verbundenen Versinken im Chaos. In der Regel ist jedoch das Gegenteil der Fall: Neue Technologien, wie etwa die moderne Stempeluhr zur Zeiterfassung oder eine Projektmanagementsoftware wie Meistertask, unterstützen bei einer effizienten Organisation und geben den Mitarbeitern klare Ziele und Bedingungen vor. Zugleich bietet agiles Arbeiten dem einzelnen Mitarbeiter mehr Raum und Freiheit, sich zu entfalten, auch mal quer zu denken und somit neue, kreative Ideen zu entwickeln. Der „Servant Leader“ ist hier die Schnittstelle, der über alle Ebenen hinweg vernetzt ist. Er weiß, welcher Mitarbeiter wie am besten arbeitet und erfasst dadurch künftige Probleme als Erster. Gleichzeitig mobilisiert er die Mitarbeiter und bringt die laufenden Projekte voran. Kurz gesagt: Ein guter Servant Leader sorgt dafür, dass sämtliche Mitarbeiter eigenmotiviert in einem definierten Rahmen arbeiten und ihre Aufgaben bestmöglich bewältigen.

Zielsetzung sollte es aber nicht sein, sofort jeden Bereich eines Unternehmens zu agilisieren, denn dies kann zu Lasten der Stabilität gehen. Gut funktionierende Unternehmen benötigen sowohl Agilität und Stabilität als auch Netzwerke und Hierarchien. Es gleicht einem  Balanceakt, diese Faktoren im Gleichgewicht zu halten. Um im Wettbewerb langfristig bestehen zu können, ist eine digitale Transformation für Unternehmen unerlässlich. Gleichzeitig dürfen durch neue Prozesse jedoch keine Bestandskunden abgeschreckt werden. Gefragt ist daher ein Führungsstil, der es ermöglicht, schnell und individuell auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, und der zugleich Raum für Innovationen eröffnet: Servant Leadership.

Die Herausforderung der digitalen Transformation liegt folglich nicht allein auf der technologischen Ebene, sondern auch bei den sogenannten „weichen“ Faktoren. Sie sind entscheidend für den Unternehmenserfolg und führen zur Frage, welche Fähigkeiten Mitarbeiter und Führungskräfte benötigen und wie sich diese identifizieren und fördern lassen. Genau hier kommt der Führungsansatz des Servant Leadership ins Spiel. Er unterstützt agiles Arbeiten und befähigt eine Organisation, Arbeitsgewohnheiten schneller zu ändern. Der ideale Servant Leader weiß, was seine Mitarbeiter antreibt, denn er hört ihnen zu und stellt ihnen zur richtigen Zeit die richtigen Fragen. Darüber hinaus stellt er sicher, dass während der digitalen Transformation niemand aus seinem Wirkungskreis auf der Strecke bleibt. Denn dem Servant Leader ist es wichtig, dass sich die Menschen um ihn herum weiterentwickeln – sowohl fachlich als auch sozial – und sie an ihren Aufgaben wachsen.

Servant Leadership ist somit insbesondere in Zeiten des digitalen Wandels ein äußerst wirkungsvoller Führungsstil, der es Führungskräften erlaubt, sich weiterzuentwickeln und zugleich alle Mitarbeiter mitzunehmen. Erst dadurch können die Beschäftigten eines Unternehmens ihr volles Potenzial entfalten.


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Kommentare

  1. Ein wesentlicher Aspekt zum Servant Leader darf noch hinzufügt werden: Encouragement. Die vielfältigen Anforderungen an den Mitarbeiter aufgrund der zunehmenden Dynamik / Digitalisierung / Vernetzung erfordert Routine in der Meinungsbildung sowie ‘standing’ im Austausch. Hier liegt m.E. der eigentliche Wert, den es als Teil einer sich ändernden Unternehmenskultur zu schaffen gilt.

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    • Dr. Hans Schlipat

      Ja, encouragement ist ein Thema für alle Beteiligten, die Führer wie die Geführten. Die wesentlichen Fähigkeiten einer Führungspersönlichkeit sind systemisches Fragen („Perspektivenwechsel“), aktives Zuhören (eingehen, ermuntern) und letztlich entscheiden. Dazu gehören (en)couragierte Menschen.

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