entspannt, Gesundheit

»Geistig fit bis ins hohe Alter «

Wovor haben die Menschen in der zweiten Lebenshälfte am meisten Angst? Vor der langsam nach­lassenden Kapazität ihrer grauen Zellen. 1,8 Millionen Deutsche leiden unter Demenz – Tendenz steigend. Was können Sie aktiv tun, um dieses Schicksal zu verhindern? 

Als Grund für eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit kommen am häufigsten zwei Möglichkeiten in Betracht: Erstens gibt es die vaskuläre Demenz, bei der verkalkte Blutgefäße den Nährstofftransport ins Gehirn beeinträchtigen. Zweitens gibt es die neurologische (Alzheimer-)Demenz, bei der Hirnzellen und deren Vernetzungen, das sogenannte neuronale Netz, abgebaut werden. Die Auswirkungen für Betroffene sind jeweils die gleichen und die Ursache höchstens von akademischem Interesse.

Viel entscheidender sind Antworten auf die Frage: Gibt es eine wirksame Demenz-Prävention? Die hawaiianische Professorin Kamal H. Masaki hat anhand einer Studie an 2.000 Männern gesetzten Alters (70 bis 93 Jahre) herausgefunden, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 88 Prozent sinkt, wenn der Körper ausreichend mit Vitamin C und Vitamin E versorgt wird. Beide wirken gemeinsam als Antioxidantien gegen den Abbau des neuronalen Netzes und verhindern gleichzeitig die Verkalkung von Blutgefäßen. Ähnliche Ergebnisse liefert die Cache-County-Studie mit 4.740 Probanden und einer Senkung des Demenzrisikos um 78 Prozent. Die Ursache für die etwas abweichenden Ergebnisse liegt in der unterschiedlichen Dosierung der hoch wirksamen Vitamine. Zusätzlich hilft der konsequente Verzicht auf sogenannte leere Kohlen­hydrate – und somit auf die ständige Überzuckerung des Gehirns – dabei, die Blutgefäße elastisch und die Hirnzellen frisch zu halten. Es gibt so viele versteckte Zuckerquellen, die unsere (Gehirn-)Zellen überschwemmen und sie im klebrigen Überfluss buchstäblich verhungern lassen. Irgendwann gelangt der Zucker nämlich durch die verstopften Rezeptoren gar nicht mehr in die Zelle.

Zur Erinnerung: Vor 200 Jahren lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker pro Jahr noch bei vier Kilogramm, heute bei 70 Kilogramm. Darum Finger weg von Zucker, Mehl, Pizza, Pasta, Obstsäften und Limonaden.

Nicht nur im Kopf beweglich

Der stärkste Anreiz für unseren Körper, selbst im fortgeschrittenen Alter, wieder neue Synapsen zwischen den Hirnzellen zu bilden, ist und bleibt Bewegung. Zudem werden dabei überflüssige Fette und Kohlenhydrate (Zucker) verbrannt. Wenn ältere Menschen ins Altenheim umziehen, kann man häufig beim rasanten körperlichen und geistigen Verfall zuschauen. Er ist durch geistige Unterforderung in Verbindung mit mangelnder Bewegung und vitaminarmer Kantinenkost vorprogrammiert.

Um eine sichere Versorgung mit Vitaminen zu gewährleisten, rate ich meinen Patienten zu einer Supplementierung, wie sie auch die Menschen in den erwähnten Studien erhalten haben – also mindestens drei Gramm Vitamin C und gut 1.000 bis 1.200 internationale Einheiten (i.E.) Vitamin E täglich, ganz egal was ihnen andere Stellen wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen. Die orientieren sich häufig nur an den Minimalmengen, die Sie benötigen, um gerade nicht zu sterben. Aber zwischen Tod durch Skorbut (Vitamin-C-Mangel) und hoher antioxidativer Wirkung liegen Welten in der Dosierung. Wer sich dazu noch täglich bewegt und wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt, der bleibt tatsächlich geistig topfit bis ins hohe Alter!
Zur Person
Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.


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