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Seitenblick

Blick hinter die Buzzwords

„Du kennst die Anfänge nicht, die Enden sind dunkel. Irgendwo dazwischen hat man dich ausgesetzt.“ So beschreibt der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk ein Gefühl, das aktuell auch viele Unternehmer und Manager haben. Wo sollen sie anfangen mit Transformation und Disruption, wohin führen die eingeschlagenen Wege? Gaben vor einiger Zeit noch Fünf- oder Zehnjahrespläne den Weg vor, bleibt heute die Sorge, unversehens von neuen Konkurrenten, Technologien oder Kundenbedürfnissen überholt zu werden.

Startups auf der einen und Tech-Konzerne wie Google, Amazon und Facebook auf der anderen Seite machen es vor. Sie zeichnen sich durch Wendigkeit und hohe Flexibilität aus, sind immer bereit, neue Technologien und Strategien auszuprobieren, räumen ihren Mitarbeitern große Autonomie ein und haben ihr Ohr möglichst nah am Kunden. Ihre Zauberformel heißt: Agilität.

Passt sie auch zum Mittelstand? Zu Familienunternehmen, Handwerkern, eigentümergeführten Betrieben? Über Nacht lassen sich solche Firmen sicher nicht zu einem kleinen Google umkrempeln. Aber einzelne Vorgehensweisen, die Agilität kennzeichnen, kann jeder etablieren, schreibt Tanja Könemann in der Titelgeschichte. Design Thinking etwa – also noch nicht komplett ausgereifte Produkte auf den Markt zu bringen und sie bei Bedarf rasch zu verändern – funktioniert auch beim Bäcker. Für kurze Entscheidungswege ist der Mittelstand ohnehin bekannt. Und Kundenzentrierung gehört ebenfalls in vielen Betrieben längst zum Repertoire. Das heißt: Agilität ist kein Selbstzweck. Das Konzept hat wie jedes Schwächen und Stärken. Die Kunst ist, hinter die Buzzwords zu blicken, sich die passenden Instrumente herauszupicken – und Veränderungen als Führungskraft auch wirklich vorzuleben.

Christian Raschke
Chefredakteur


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