© Cebit/Deutsche Messe© Cebit/Deutsche Messe

Hard- & Software, vernetzt

»Deutschlands digitales Kraftzentrum «

Cebit-Chef Oliver Freese über die neue Strategie der IT-Leitmesse in Hannover.

Herr Freese, eine andere Jahreszeit, ein neuer Schriftzug und eine komplette Neuausrichtung mit Festival-Elementen. Was steckt hinter der neuen Cebit?
Oliver Freese:
Wir mussten – auch im Austausch mit unseren Kunden und Partnern – feststellen, dass das bisherige Konzept der Veranstaltung nicht mehr zu den Anforderungen des Marktes passte. Sie haben sich im Laufe der Jahre deutlich geändert. Lange ging es um den Auf- und Ausbau internationaler Geschäftsbeziehungen. Darum geht es auch heute noch, aber dazu sind vor allem Networking und Konferenzen viel stärker in den Vordergrund gerückt. Außerdem haben wir gesehen, dass das Durchschnittsalter unserer Besucher kontinuierlich gestiegen ist und die Cebit bei den Entscheidern von morgen zu wenig im Fokus stand. Also haben wir alles infrage gestellt. Bis auf zwei Dinge: Der Name lautet weiterhin Cebit, weil es viel aufwendiger wäre, eine neue Marke mit diesem Bekanntheitsgrad weltweit zu etablieren. Und die Veranstaltung bleibt in Hannover.

Und was erwartet Besucher der neuen Cebit?
Freese:
Wir entwickeln sie zu „Europas Business-Festival für Innovation und Digitalisierung“, weil wir davon überzeugt sind, dass die Diskussion über die Zukunft der digitalen Transformation einen Ort braucht, an dem sich alles fokussiert. Nur so kann es gelingen, aus der Digitalen Agenda eine Bewegung zu machen, von der möglichst viele Menschen profitieren.

Aussteller werden ihre Lösungen für die digitale Transformation auf den vier Plattformen d!conomy, d!tec, d!talk und d!campus präsentieren. Wofür stehen die Bereiche?
Freese:
Wichtig ist die Gesamtheit des Angebots und wie die einzelnen Elemente ineinander greifen. In der d!conomy finden Unternehmer die Software und die Lösungen, die sie schon heute konkret einsetzen können, um ihre Firmen ins digitale Zeitalter zu bringen und ihre Prozesse schneller, effizienter und sicherer zu machen. In der d!tec geht es um Trends; dort zeigen beispielsweise führende Forschungseinrichtungen bahnbrechende Innovationen, die in den kommenden Jahren die Wertschöpfung maßgeblich beeinflussen werden. Auch Startups werden sich dort mit ihren neuen Geschäftsmodellen präsentieren. Jeder Besucher kann vor Ort prüfen, ob und wie er mit den jungen Unternehmen zusammenarbeiten kann. Wir werten auch das internationale Konferenzprogramm d!talk deutlich auf, indem wir zehn Bühnen in die Hallen bringen und mehr als 500 internationale Sprecher erwarten. Ich kann versprechen: Das wird Inspiration pur! Hier bekommen die Besucher eine 360-Grad-Perspektive auf die digitale Transformation in ganz unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen. Das emotionale Herz der neuen Cebit wird der d!campus sein. Dort werden Unternehmen ihre Technologien praxisnah inszenieren, und abends wird er den Rahmen bieten, um bei Livemusik zu netzwerken. Da werden wir dann für Besucher und beteiligte Unternehmen Business mit dem Spaß verbinden!

Business und Spaß – klingt maßgeschneidert für die Digital Natives. Wo bleibt der traditionelle Mittelstand? Immerhin kamen bisher rund 60 Prozent aller Messebesucher aus kleinen und mittelständischen Betrieben.
Freese:
Das eine schließt das andere nicht aus. Der Mittelstand erlebt einen Generationswechsel. Viele Entscheider in mittelständischen Unternehmen zählen schon zur jungen Generation. Und ich denke, dass jeder Unternehmer genau abwägt, welche digitalen Lösungen er künftig einsetzen will und wie er die Schnittstelle zum Kunden verbessern kann. Zum Beispiel: Wo lässt sich ein Chatbot mit künstlicher Intelligenz einsetzen? Was kostet das? Welche neuen Möglichkeiten gibt es im Marketing? Oder wie hole ich mehr aus den verfügbaren Daten in meinem Unternehmen heraus? Es gibt viele Fragen, und den starken Wunsch nach Orientierung. Die Antworten wird die neue Cebit liefern.

Orientierung sollen auch die neuen Zielgruppentage geben. Was kann man sich darunter vorstellen und wie unterscheiden sie sich von den bekannten Guided Tours?
Freese:
Die Guided Tours geben in rund zwei Stunden einen kompakten Überblick über digitale Trendthemen. Bei den Zielgruppenprogrammen steht eine bestimmte Gruppe im Mittelpunkt und inhaltlich geht es viel mehr in die Tiefe. Wenn ein Besucher sich vorwiegend für die Digitalisierung von Mobilität interessiert, kommt er am besten am Dienstag zum Mobility Summit von Volkswagen. Wenn es ihm etwa um die Drohnen-Community geht, ist er am Freitag am besten aufgehoben, weil wir dann eine ganze Reihe von Veranstaltungen zum Thema haben.

Und welche sind Ihre persönlichen Highlights?
Freese:
Ich stelle mit Freude fest, dass die Aussteller mit großer Kreativität auf die neue Cebit reagieren. Sie inszenieren sich und ihre Lösungen viel mehr als in den Vorjahren und so wird die Messe in ihrer Gesamtheit ein Highlight. Salesforce zum Beispiel wird eine beeindruckende Präsentation in einer eigenen Halle (Halle 9) haben, SAP (Freigelände, Stand 44) bringt ein 60 Meter hohes Riesenrad voller Innovationen auf den d!campus mit. Und das Thema Future Mobility wird von starken Partnern wie VW (Hallen 25 und 27), der Deutschen Bahn (Halle 25, Stand A37) und dem ADAC (Startup-Plattform Scale11) geprägt. Aber es geht nicht nur um die Inszenierung. Ich bin überzeugt davon, dass wir in Deutschland ein digitales Kraftzentrum wie die Cebit brauchen – als Ort, an dem sich alle Diskussionen über Chancen und Herausforderungen fokussieren.


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lesen Sie weiter