Allgemein, informiert, Märkte & Branchen

Internationales Marketing: 3 Tipps für Webdesign & Text im Asiatischen Raum

Planen Sie einen Webauftritt zur Vermarktung Ihrer Produkte im Asiatischen Raum? Dann handeln Sie strategisch. Zwischen Asiatischen und West-Europäischen-Seiten gibt es besonders in der Darstellung von Text auf Websites große Unterschiede.

Damit Ihr Angebot bei den entsprechenden Zielgruppen auch wahrgenommen wird, ist es wichtig, dass Sie bei der Gestaltung Ihrer Website das Verhalten und die Vorlieben der Internetnutzer im ausländischen Zielmarkt miteinbeziehen. Das Erscheinungsbild der Websites und die Verwendung von Text können sich im Asiatischen Raum zum Teil erheblich von dem deutscher Websites unterscheiden.

Sprache allein reicht nicht

Ihre bestehende Unternehmensseite ins Englische übersetzen zu lassen, reicht für die meisten asiatischen Märkte nicht aus. Obwohl Japaner zum Beispiel gut Englisch sprechen, erwarten Sie den Websiteinhalt auf Japanisch lesen zu können. Die Übersetzung Ihrer Website in die jeweilige Landessprache ist somit sinnvoll und ein erster Schritt, denn die kulturellen Unterschiede gehen nun erst los. Ein eigen zu behandelndes Kapitel wären hier die Systeme der Höflichkeitsansprachen in Asien.

An den folgenden Punkten werden Sie, wenn Sie sich mit der textlichen Darstellung und Vermarktung Ihres Angebots auf der Unternehmensseite beschäftigen, für ausgewählte Märkte in Japan, China, Südkorea oder Indien nicht vorbeikommen. Und Sie werden sehen, auch unter den einzelnen asiatischen Ländern gibt es weitere Abstufungen und Unterschiede.

1. Text Ja oder Nein?

Japan

Im Gegensatz zum Standard vieler West-Europäischer Seiten – klare, einfache Seitenstrukturen und ein ausgewählter Einsatz von Text, beinhalten zum Beispiel japanische Websites im Allgemeinen sehr viel Text. Für das deutsche Auge wirken die Seiten mit dichtem Text oft überladen und unruhig, der japanische Internetnutzer bekommt dadurch jedoch mehr Sicherheit in seiner Kaufentscheidung. Eine einfache Headline genügt ihm nicht, sondern führt eher zu Unsicherheit. Die Japaner erwarten langwierige Beschreibungen und die Aufzählung technischer Spezifikationen bei dem Besuch von Unternehmenswebsites. Stellen Sie deshalb sicher, bereits auf Ihrer Startseite für den japanischen Markt äußerst viele Informationen abgedeckt zu haben. Dies gibt Orientierung und stärkt das Vertrauen der Besucher.

China und Südkorea

Chinesische wie südkoreanische Internetuser haben ebenfalls den Anspruch, die wichtigsten Informationen schnell auf der Startseite zu erfassen, jedoch ohne ausführliche, tiefergehende Beschreibungen. Sie orientieren sich eher an Bilder, Buttons und Animationen als an Texten allgemein. Generell reduziert sich hier der Textumfang bei der Übersetzung, da ein chinesisches wie koreanisches Schriftzeichen mehr Informationen transportieren kann. Überprüfen Sie Ihre Ausgangstexte auf die Darstellung der wichtigsten und relevantesten Inhalte und gestalten Sie Ihre Website für den chinesischen und südkoreanischen Markt übersichtlich und nicht zu textlastig.

Indien

In Indien wiederum unterscheidet sich die Verwendung von Text auf Websites nicht stark von der auf deutschen Seiten. Achten Sie auf ein harmonisches Gesamtbild und ordnen Sie Inhalte in kleineren, übersichtlichen Blöcken an. Setzen Sie den Text gezielt ein.

2. Optische Kulturen

Ein Aspekt, den man bei der Websitegestaltung und dem Einsatz von Text für asiatische Märkte nicht außen vor lassen sollte, ist das Blickverhalten „optischer Kulturen“ wie China, Japan und Korea. Sie orientieren sich stark an Bildern, Animationen und Buttons. Diese werden gerne herangezogen, wenn die visuellen Effekte der Schriftarten erschöpft sind.  Informationen werden auf Websites gleichwertig dargestellt und der Internetuser entscheidet selber, welche Informationen er benötigt. Westliche Kulturen hingegen interagieren stark mit dem Text und orientieren sich an der Navigation von Websites. Sie erwarten die schwerpunktmäßige Aufbereitung der Informationen durch das Unternehmen.

3. Schriftarten

Nicht alles ist über den Text, aufgrund der limitierten Web-Fonts im asiatischen Raum, darstellbar. Im Gegensatz zum lateinischen Alphabet verfügt die japanische Sprache zum Beispiel über keine große Auswahl an Schriftarten – jede Einzelne würde erfordern, dass Tausende von Zeichen individuell entworfen werden, was zu teuer und zeitaufwändig ist. Es gibt auch keine Kursivschrift oder Großbuchstaben. Somit wird dann auf grafische Elemente ausgewichen.

Fazit

Seien Sie sich bei der Gestaltung Ihrer Website für den asiatischen Raum der kulturellen Unterschiede in der Textdarstellung, –Vermittlung und -Rezeption zu West-Europäischen-Standards bewusst. Prüfen Sie genau, welche textliche Aufbereitung Ihre Produkte entsprechend der Region und des Landes benötigen, um Ihre Unternehmensziele zu unterstützen, die Bedürfnisse Ihrer Kunden zu erreichen und Vertrauen zu schaffen, für eine langfristige Bindung.

 


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lesen Sie weiter