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entspannt, Gesundheit

»Das Pferd nicht von hinten aufzäumen«

So wie man eine Treppe von oben nach unten kehrt, sollte auch die Medizin wieder dazu übergehen, die Ursache einer Erkrankung zu behandeln und nicht nur ihre Symptome.

Wissen Sie, welcher Fehler in der Medizin am häufigsten gemacht wird? Es wird viel zu oft das Symptom, nicht aber die wahre Ursache behandelt. Und das ist schon so normal geworden, dass weder Arzt noch Patient es bemerken. Dabei lernt jeder Lehrling, dass man eine Treppe von oben nach unten kehrt – und nicht umgekehrt. Das Paradoxe ist, dass selbst die Krankenkassen lieber jahrelang ein Medikament bezahlen, anstatt sehr viel weniger Geld zur Behebung der Ursache auszugeben.

Ein Beispiel: Eine Milliarde Euro geben die deutschen Krankenkassen für das Schilddrüsenhormon aus, welches bei einer Unterfunktion reflexartig verordnet wird. Dabei besteht dieses Hormon aus nur zwei Elementen – nämlich aus Jod und dem natürlichen Eiweißbaustein Tyrosin. Daraus entsteht in der Schilddrüse das wirksame Hormon Thyroxin. Fehlt nur einer dieser limitierenden Bausteine, kann selbst die gesündeste Schilddrüse nicht arbeiten. In der Schweiz gibt es nur jodiertes Speisesalz zu kaufen. Seitdem sind die Unterfunktionen bei den Eidgenossen um 30 Prozent gesunken. Nicht auszudenken, wenn man sich auch noch um das Tyrosin kümmern würde. Bemerkung am Rande: Essentielle Stoffe zahlen Krankenkassen per Definition nicht.

25 Prozent der Menschen schlucken bei Depression oder Burnout die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, heutzutage leichtfertig verordnet durch Hausarzt oder Psychiater. Wenn das Stimmungshormon Serotonin weniger produziert wird, senkt sich ein grauer Schleier über die Lebensfreude, die freudige Belastbarkeit und die Stressresilienz sinken. Dabei ist die wahre Ursache für eine schlechte Serotoninproduktion sehr häufig lediglich ein Mangel bei der essentiellen Aminosäure Tryptophan, die durch Stress vermehrt verbraucht wird – aber zwingend zur natürlichen Serotoninproduktion benötigt wird. Darum bekommen meine Patienten den natürlichen Eiweißbaustein Tryptophan „verordnet“. Nach vorheriger Messung – das ist der Königsweg – kann man den nötigen Bedarf noch besser festlegen.

Mein Credo:  Man kann fast jedes Medikament ersetzen durch natürliche essentielle Substanzen. Das hat Vor- und Nachteile. Für Sie als Patienten hat es den Vorteil, dass Sie der wahren Ursache einer Erkrankung auf natürliche Art begegnen und Ihnen die Nebenwirkungen der Pharmazeutika erspart bleiben. Für die Pharmaindustrie hat es den Nachteil, dass man diese natürlichen Substanzen nicht patentieren kann. Im Gegenteil verlangen die Pharmaindustrie und die von ihr ausgebildeten Ärzte regelmäßig Studien, die die Wirksamkeit von natürlichen Stoffen beweisen. Dabei sind die Zusammenhänge in jedem Lehrbuch der Biochemie beschrieben. Da erübrigt sich jede Studie.

Die natürliche Aminosäure Arginin ist in richtiger Dosierung ein höchst wirksamer Blutdrucksenker, gegen den sich Betablocker und Calciumantagonisten verstecken können. Vitamin C in richtiger Dosierung schlägt in seiner Wirksamkeit fast jedes Antibiotikum. Das berichtete kürzlich ein Internist, der einem Intensivpatienten bei einer schweren Sepsis mit hohem Fieber (Blutvergiftung) in seiner Not probeweise hoch dosiert Vitamin C verabreichte, nachdem kein Antibiotikum mehr gegriffen hatte. Wie durch Zauberhand verschwanden Fieber und Entzündung. Gut zu wissen: Es gibt fast immer eine Alternative zur Chemie.

Zur Person

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie. Beim Tagesseminar „Weckruf für Ihre Gesundheit“ mit Michael Spitzbart steht Ihre Gesundheit im Vordergrund. Senken Sie Ihr Risiko für chronische Krankheiten und sammeln Sie Tipps für mehr Energie im Alltag. Info und Anmeldung unter:

creditreform-magazin.de/live

 

 

 


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