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    Kurz erklärt: Qualitätsmanagement

    Endspurt bei der Umsetzung der neuen Qualitätsmanagementnorm. Nach der Vorstellung der DIN EN ISO 9001:2015 im September 2015 hatten die Unternehmen drei Jahre die Gelegenheit, ihre Managementsysteme umzustellen. Am 14. September endete die Frist. Warum Nachzügler schleunigst handeln sollten.

    1. Warum brauchen Unternehmen die Zertifizierung?
    Das kann in- und externe Gründe haben. Einige Unternehmen werden nur als Lieferant in Betracht gezogen, wenn sie ein solches Zertifikat vorzeigen können. „Das gilt zum Beispiel für die Automobilbranche und den Maschinenbau“, erklärt Florian Mai, Geschäftsführer und Gesellschafter der Unternehmensberatung Incession. Er hat sich auf Qualitätsmanagementsysteme spezialisiert. Interne Motive für die Einführung können eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sein, zufriedenere Kunden, ein besseres Image, motiviertere Mitarbeiter sowie mehr Rechtssicherheit, zum Beispiel zur Senkung des Produkthaftungsrisikos.

    2. Wozu die Umstellung auf die neue Norm?
    „Die Revision hat das Ziel, sich besser an aktuelle Marktgegebenheiten wie Internationalisierung und Digitalisierung anzupassen.“ Das soll vor allem durch strukturelle Änderungen gelingen. Die Anwendung einer sogenannten High Level Structure (einheitliche Struktur, Textbausteine und Definitionen) soll zudem mehr Kompatibilität zu anderen Managementnormen gewährleisten. „Ein Unternehmen muss alle wichtigen externen und internen Einflüsse auf seine Prozesse kennen und sein Wissen regelmäßig auf den neuesten Stand bringen“, sagt Mai.

    3. Was unterscheidet ISO 9001:2015 konkret von ISO 9001:2008?
    Die neue Fassung orientiert sich stärker an den Bedürfnissen von Unternehmen. Zu den wichtigsten Änderungen gehören die strategische Ausrichtung der Organisation, die Verteilung der Rollen und Verantwortlichkeiten, eine erweiterte Prozessorientierung, ein systematisches Risiko- und Wissensmanagement und die vereinfachte Dokumentation. „Ein gedrucktes QM-Handbuch ist in Zeiten der Digitalisierung nicht praktikabel“, sagt Mai. Zeitgemäßer sei eine EDV- oder webbasierte Abbildung, die die Nutzung durch integrierte Suchfunktionen und die Verknüpfung von Inhalten vereinfacht.

    4. Wie gelingt die Umstellung?
    Spezielle Umstellungsschulungen helfen dabei, die Kenntnisse zur ISO 9001:2015 im Unternehmen zu vertiefen. In den meisten Fällen dürfte eine Umstrukturierung bisheriger Managementsysteme erforderlich sein. Auch hierbei können externe Berater helfen. Zertifizierungsgesellschaften wie TÜV, Dekra oder DQS selbst dürfen keine Beratung durchführen. Hilfreich kann eine interne Auditierung durch einen unabhängigen Dritten mit entsprechenden fachlichen Kenntnissen sein. Sie zeigt auf, welche Bereiche des Qualitätsmanagements bereits normkonform sind und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

    5. Was droht Unternehmen, die ihre Zertifikate noch nicht umgestellt haben?
    Unternehmen, die ihr Qualitätsmanagement nach dem Ablauf der dreijährigen Übergangsfrist, sprich ab dem 14. September 2018, noch nicht umgestellt haben, verlieren ihre Zertifizierung – und gefährden unter Umständen ihre Kundenbeziehungen.

     


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