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Tesla ist nun wertvoller als BMW

Die Hoffnungen der Anleger in den Elektropionier sind weiterhin groß. Tesla ist nun beim Börsenwert an BMW vorbeigezogen – und nimmt Daimler ins Visier.

Andere Hersteller verkaufen Autos, Tesla verkauft ein Versprechen. Elon Musks Vision, den Verbrennungsmotor durch den Elektroantrieb zu ersetzen, elektrisiert seit Jahren die Anleger. Mit dem jüngsten Quartalsgewinn scheint es Musk auch gelungen zu sein, die Skepsis der Kritiker zu zerstreuen, dass er mit seinen Elektroautos niemals profitabel sein könne.

Die Aktie von Tesla befindet sich seit der Präsentation der Zahlen im Höhenflug. Der Börsenwert von Tesla hat alleine im vergangenen Monat um 38,5 Prozent zugelegt. Damit erreicht der Elektropionier nun erstmals einen höheren Börsenwert als BMW.

Obwohl die Münchener seit Jahren hochprofitabel arbeiten, ist die Entwicklung der BMW-Aktie ein Trauerspiel. Ihr Wert ist allein im vergangenen Jahr um 15,9 Prozent gesunken.

Während Tesla so mittlerweile auf einen Börsenwert von 53 Milliarden Euro kommt, ist BMW an der Börse nur noch 52,15 Milliarden Euro wert. Setzt sich die Entwicklung fort, dürfte Tesla bald auch an Daimler (55 Milliarden Euro Börsenwert) vorbeiziehen und zum drittwertvollsten Autokonzern hinter Toyota und VW aufsteigen. In den USA ist Tesla schon heute der wertvollste Autohersteller vor General Motors, Ford und Fiat-Chrysler (FCA).

Der Börsenwert der Kalifornier ist – trotz der jüngsten Gewinne – mehr durch die Hoffnung begründet, dass Tesla den Markt für Elektroautos in den kommenden Jahren beherrschen wird. Vor einer Woche löste das Model 3 bereits den Nissan Leaf als meistverkauftes Elektroauto der Welt ab und schaffte es als erstes Elektroauto auch in die Top Ten der meistverkauften Fahrzeugmodelle in den USA – vor der C-Klasse von Mercedes oder dem BMW 3er.

Bei der schieren Größe ist Tesla allerdings noch Lichtjahre von BMW und Daimler entfernt. In den ersten drei Quartalen lieferte Tesla rund 151.000 Fahrzeuge aus. Alleine BMW kommt im gleichen Zeitraum auf mehr als das Zehnfache, nämlich 1,6 Millionen Autos.

Teslas großer Vorteil ist vor allem der Zeitvorsprung. Währen die konkurrenzfähigen Elektromodelle deutscher Hersteller erst in wenigen Jahren auf den Markt kommen werden, kann Tesla den Elektromarkt heute schon bedienen. Zum Zweiten hat Tesla auch eine eigene Fabrik für Batteriezellen aufgebaut und ist damit weniger abhängig von den Lieferanten als die Konkurrenz.

Anders als bei den traditionellen Herstellern brauchen die Tesla-Anleger allerdings auch bessere Nerven. Im August schickten die Kapriolen von Tesla-Chef Elon Musk die Aktie auf eine Achterbahnfahrt.

Der Visionär hatte auf Twitter mit einem Abschied von der Börse kokettiert. Überlegungen, die er – sehr zum Ärger der Anleger – kurz danach wieder kassierte. Komplett erholt hat sich die Aktie davon noch nicht: Vom Höchstkurs von 331 Euro ist sie mit 308 Euro pro Anteilsschein immer noch ein Stück entfernt.1p1p


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