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DIHK: Ungelöste Unternehmensnachfolgen gefährden Standort Deutschland

Immer weniger Menschen wollen Unternehmer sein. Darauf verweist der aktuelle Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zur Unternehmensnachfolge in Deutschland. Mein Kollege Ingo Claus hat ihn gelesen. Nachfolgend fasst er die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammen.

Der DIHK warnt eindrücklich: „Allmählich entsteht ein gravierendes Problem für den Standort Deutschland. Dies gilt insbesondere für strukturschwache Regionen.“ Rund 150.000 Firmen stehen in den nächsten Jahren vor dem Generationswechsel. Aus diesem Grund machen sich Firmenchefs zunehmend Sorgen, wie es mit ihrer Firma weitergeht.

Mehr Unternehmensnachfolgen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Vier wesentliche Trends charakterisieren diese Entwicklung:

  1. Wirtschaftliche Unsicherheit: Viele Branchen und Märkte stehen aufgrund der Digitalisierung vor radikalen Veränderungen. Ein dramatischer Fachkräftemangel, politische Unsicherheiten wie der Brexit und der zunehmende Protektionismus machen infolgedessen eine deutliche Konjunkturabschwächung wahrscheinlicher.
  2. Steigende Anzahl von Firmenverkäufen: Laut DIHK steht noch in der Hälfte aller betroffenen Fälle ein Familienmitglied als Nachfolger bereit. Ein Firmenverkauf wird für eine zunehmende Zahl von ungelösten Unternehmensnachfolgen notwendig. Kurz gesagt: Die Zahl zum Verkauf stehender Unternehmen erhöht sich deutlich. Allerdings sind 43% aller Unternehmer nicht rechtzeitig vorbereitet und 36% können emotional noch nicht loslassen. Rund 18% aller Unternehmer befürchten eine zu hohe Erbschaftssteuerbelastung.
  3. Deutlich sichtbarer Unternehmermangel: Der Wettbewerb um Nachfolger wird in vielen Branchen härter. Neben Hotel und Gastronomie sind insbesondere der Handel, das Handwerk und viele Dienstleistungsunternehmen vom Nachfolgermangel betroffen. Unternehmenskäufer wählen schon heute aus einer Vielzahl von Verkaufsangeboten. Der Unternehmermangel ist real. Erfreulicherweise interessieren sich zunehmend Frauen für eine Unternehmensnachfolge. Der Anteil potentieller Übernehmerinnen in den Beratungsgesprächen ist seit 2010 um knapp 58% gestiegen.
  4. Unrealistische Preiserwartungen: Mehr als 40% aller Firmenchefs erwarten laut DIHK-Studie einen überhöhten Verkaufspreis. Die Investition in eine fundierte Unternehmensbewertung erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmensnachfolge deutlich.

Vielfältige Chancen für Unternehmensnachfolger

Im Gegensatz dazu bietet diese Entwicklung für Unternehmensnachfolger und Familienunternehmen eine Vielzahl attraktiver Chancen. So sehen wir zunehmend Familienbetriebe die als strategische Investoren agieren.

Existenzgründer investieren mit einer Firmenübernahme in einen bestehenden Kundenstamm und eine funktionierende Organisation. Über einen Management-Buy-In (MBI) vermeiden sie längere Investitions- und Aufbauphasen. Infolgedessen ist die Finanzierung einfacher zu organisieren und das Marktrisiko geringer.

Gute Vorbereitung der Unternehmensnachfolge zahlt sich aus

Seniorunternehmer auf Nachfolgersuche befinden sich in einem Kampf um die besten Köpfe. Darum zahlt sich eine gute Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge aus. Denn eine gute Vorbereitung:

  • macht das Unternehmen fit für die Unternehmensnachfolge;
  • erhöht den Unternehmenswert;
  • macht die Firma unabhängiger vom Chef.
  • und fixiert die Meilensteine der Übergabe schriftlich.

In dieser wichtigen Lebensphase eines Unternehmers vermeidet die Einbeziehung transaktionserfahrener Spezialisten teure Fehler oder Projektabbrüche. Denn seine Aufgabe ist die eines Lotsen in unbekannten Gewässern: Er hilft, das Lebenswerk zu sichern, den Kurs zu halten und damit gefährliche Klippen eines Unternehmensnachfolgeprojektes zu umschiffen.

Lesen Sie hier die ausführliche Analyse zu den Trends der Unternehmensnachfolge 2019.

Foto: ©mediamodifier / pixabay (CCO)

 


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