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Dax eröffnet leicht im Plus – Kuka-Aktie stürzt ab

Der deutsche Leitindex bewegt sich am Freitag zunächst kaum. Beim Roboterhersteller Kuka geht es nach einer Prognosesenkung am Vorabend kräftig bergab.

Zum Wochenschluss bewegt sich der Dax zunächst kaum: Er startete am Freitag mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent bei 10.949 Zählern in den Handel. Am Vortag hatte er 0,3 Prozent höher bei 10.922 Punkten geschlossen.

‘Die Marktteilnehmer warten immer noch auf ein Ende des Handelskonflikts zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China’, konstatierte Christian Henke vom Brokerhaus IG in einem Kommentar. ‘Bleibt eine Vereinbarung aus, könnte dies die Finanzmärkte wieder in tiefere Kursgefilde schicken.’

Seit seinem Zwei-Jahres-Tief mit 10.279 Punkten am 27. Dezember 2018 konnte sich der deutsche Leitindex deutlich erholen. Bereits am Mittwoch markierte er mit 10.962 Punkten ein neues Jahreshoch – und damit ein Plus von fast 700 Punkten innerhalb von nur sieben Handelstagen.

Der MDax, der Index der mittelgroßen Unternehmen, rückte am Freitag um 0,03 Prozent auf 22.716,96 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,12 Prozent auf 3079,34 Punkte.

Stark bergab ging es am Freitag für die Aktie des Roboterherstellers Kuka. Seine Aktie notierte zu Handelsbeginn bei minus zehn Prozent, stieg dann aber zügig auf rund minus fünf Prozent an. Das vergangene Jahr ist für den Roboterhersteller noch schlechter gelaufen als gedacht. Der Umsatz ist laut Unternehmensangaben um knapp zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro geschrumpft. Der operative Gewinn ist sogar noch stärker eingebrochen.

Kuka machte im ‘Wesentlichen die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018, die anhaltenden Unwägbarkeiten des chinesischen Automatisierungsmarktes sowie negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft’ für die Prognosesenkung verantwortlich.

Auch an den ausländischen Aktienmärkten ging es zuletzt bergauf. Die US-Börsen sind am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten mit moderaten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Grund war unter anderem eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell, in der er sagte, dass es keinen Anlass zur Eile bei den Zinserhöhungen gebe. Die Notenbank könnte angesichts des relativ gedämpften Preisauftriebs geduldig bleiben, sagte er.

Tagsüber hatte der Regierungsstillstand in den USA die Märkte unter Druck gesetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher auf 24.001 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,4 Prozent auf 2596 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 6986 Punkte.

Am heutigen Freitag warten die Anleger gespannt auf Zahlen zur US-Inflation im Dezember. Erwartet wird ein Rückgang der Inflation auf 1,9 Prozent wegen des niedrigeren Ölpreises. Analysten gehen davon aus, dass die um schwankungsanfällige Güter wie Energie und Nahrungsmittel bereinigte Kernrate bei etwa 2,2 Prozent liegen wird.

An den asiatischen Märkten haben die Anleger ihre Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den weltgrößten Wirtschaftsmächten USA und China hochgehalten. Der Nikkei-Index mit den 225 führenden Werten gewann am Freitag ein Prozent auf 20.359 Punkte. Der breiter gefasste Topix rückte um 0,5 Prozent vor.

‘Der Marktkonsens ist, dass die USA und China zum gegenseitigen Nutzen in gewissem Maße Kompromisse eingehen werden’, sagte Analyst Takuya Takahashi von Daiwa Securities. Auch positive Vorgaben von der Wall Street halfen, nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell sagte, er sehe keinen Grund zur Eile auf dem Weg zu höheren Zinsen.

Zuletzt war an den Börsen wieder etwas Ernüchterung eingekehrt, weil Anleger noch immer auf konkrete Ergebnisse aus der jüngsten Gesprächsrunde zur Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China warten. China zufolge waren die dreitägigen Gespräche ‘umfangreich, tief und detailliert’. Man habe sich darauf verständigt, engen Kontakt zu halten.

Einzelwerte im Fokus

Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Das hat mitunter auch Auswirkungen an den Aktienmärkten.

Richemont:

Der Schweizer Luxusgüterkonzern hat seinen Umsatz im dritten Quartal 2018/19 (bis Ende Dezember) währungsbereinigt um 24 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert. Bereinigt um Zukäufe lag das Plus bei fünf Prozent. Starke Zuwächse in China hätten Rückgänge im nahen Osten und Europa ausgeglichen.

Hella:

Der Automobilzulieferer hat seinen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) im ersten Geschäftshalbjahr um 5,5 Prozent auf 302 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz legte auf dieser Basis um 7,3 Prozent zu. Zugleich hält der Konzern an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Dennoch sei zu erwarten, dass auch für den Scheinwerferspezialisten der Gegenwind in den kommenden Monaten weiter zunehmen werde, sagte Konzernchef Rolf Breidenbach. Zu Handelsbeginn notierte die Aktie kaum verändert.

Kuka:

Das vergangene Jahr ist für den Roboterhersteller noch schlechter gelaufen als gedacht. Der Umsatz ist laut Unternehmensangaben um knapp zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro geschrumpft. Der operative Gewinn ist sogar noch stärker eingebrochen. Zum Handelsbeginn fiel der Kurs der Kuka-Aktie um rund zehn Prozent.

Credit Suisse:

Die Credit Suisse will bis Jahresende eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm starte am 14. Januar und dauere bis spätestens 30. Dezember 2019, teilte die Schweizer Großbank am Freitag mit. Basierend auf dem Schlusskurs von Donnerstag könnte sie damit bis zu gut fünf Prozent des Kapitals kaufen. Wie viele eigene Aktien sie tatsächlich zurückkaufe, hänge vom Marktumfeld ab. Geplant sei ein Volumen von mindestens einer Milliarde Franken, erklärte das Institut.

Was die Charttechnik sagt

Der Mittwoch war der sechste Handelstag im neuen Jahr – und der fünfte, an dem der Dax ein neues Jahreshoch markieren konnte. Zugegeben, das ist angesichts der stark verunsicherten Anleger vorsichtig zu bewerten, aus charttechnischer Sicht aber ein Zeichen der Entspannung.

Die nächsten Widerstände für den Dax liegen bei rund 11.000 Punkten, gebildet unter anderem aus den Tiefpunkten der vergangenen Monate Oktober (11.051) und November (11.009). Sollte der Dax diese Marken überwinden, wäre aus Sicht der Charttechnik der Weg frei für weitere 800 Punkte. Doch das dürfte noch eine Zeit dauern und kein Ziel für die kommenden Handelstage sein. Auf der Unterseite bietet noch das Tief vom Dezember 2018 Unterstützung, das bei 10.279 Zählern erreicht wurde.

Der mittelfristige Abwärtstrend wäre nach Meinung vieler Experten erst mit einem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten beendet. Ohne diesen Befreiungsschlag gilt unverändert noch ein Kursziel von rund 10.000 Punkten. Spätestens dort sollte eine Trendwende erfolgen, hoffen die technischen Analysten.

Analystencheck: Goldman Sachs belässt Einstufung für Nordex auf ‘Buy’

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für den Windkraftanlagenbauer Nordex auf ‘Buy’ mit einem Kursziel von 11 Euro belassen. Analyst Manuel Losa rechnet in einer am Donnerstag vorliegenden Studie für 2018 mit einem Verlust je Aktie von 0,79 Euro und für 2019 von 0,55 Euro. Für 2020 geht er von einem Gewinn je Aktie von 0,48 Euro aus. Im TecDax konnte Nordex am Freitagmorgen punkten und legte nach dem Erhalt eines US-Auftrags 3,3 Prozent zu.

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