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Kleinwagen mit E-Antrieb – VW-Aufsichtsratschef warnt vor steigenden Autopreisen

VW-Aufsichtsratschef Pötsch deutet an, dass es bei Kleinwagen mit E-Motoren zu erheblichen Preiserhöhungen kommt. Geringverdiener hätten das Nachsehen.

Mit dem Umstieg auf Elektroautos droht auch bei VW ein Ende des für Kleinverdiener erschwinglichen ‘Volkswagens’. Das deutete Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch im Gespräch mit der Zeitung ‘Welt am Sonntag’ an. Menschen mit niedrigem Einkommen dürften sich seinen Worten zufolge künftig vor die Frage gestellt sehen, ob sie sich ein Auto überhaupt noch leisten können. ‘Das könnte ein Thema werden’, sagte Pötsch.

‘Wir haben das klare Ziel, die Elektromobilität auch für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, das heißt erschwinglich zu machen.’ Dies werde bei Einstiegsfahrzeuge aber zweifellos schwierig. ‘Das heutige Preisniveau ist nicht zu halten, wenn diese Autos mit Elektromotoren ausgestattet werden’, führte Pötsch aus. ‘Daher wird es im Kleinwagensegment ganz unweigerlich zu erheblichen Preiserhöhungen kommen.’

Der erste als reiner Elektro-Pkw entworfene VW, das Modell I.D., werde ab 30.000 Euro erhältlich sein, kündigte Pötsch an. Dabei müssten die Kunden aber einige Abstriche hinnehmen. So liege die Reichweite vieler Elektroautos derzeit nur zwischen 300 und 400 Kilometern – deutlich weniger als bei Benzinern oder Dieseln.

In der vergangenen Woche hatte bereits VW-Vertriebschef Christian Dahlheim vor zunehmenden Autopreisen wegen verschärfter Grenzwerte für den CO2-Ausstoß gewarnt. Er sprach von Steigerungen der Materialkosten in einer Größenordnung von durchschnittlich bis zu 3000 Euro je Fahrzeug. Dies dürfte dann auch auf die Preise im Autohandel durchschlagen.

Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende verwies auf die Folgen strengerer CO2-Grenzwerte für Neuwagen in der EU. So legten die EU-Institutionen im Dezember fest, dass bis 2030 der CO2-Ausstoß von Neuwagen um 37,5 Prozent sinken soll. ‘In unserem Fall bedeuten die Vorgaben aus Brüssel einen Anteil von etwa 40 Prozent E-Fahrzeuge ab 2030′, erläuterte Pötsch.

Es stelle sich die Frage, ob bei der Festlegung der Abgaswerte alle gesellschaftlich relevanten Aspekte ausreichend berücksichtigt worden seien. ‘Die EU-Kommission hatte auf diese Entwicklung frühzeitig hingewiesen’, sagte Pötsch. ‘Leider haben EU-Parlament und EU-Rat diese soziale Frage der individuellen Mobilität nicht mehr aufgegriffen.’1p1p


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