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Irland greift nach Posten des EZB-Chefvolkswirtes

Im Februar wollen sich die EU-Finanzminister auf einen Nachfolger des scheidenden Peter Praet einigen. Irland schickt Philip Lane ins Rennen.

Irland hat Anspruch auf den wichtigen Posten des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank (EZB) erhoben. Der irische Finanzminister Paschal Donohoe kündigte am Montag in Brüssel an, er werde den Zentralbankchef seines Landes, Philip Lane, ins Spiel bringen. Die irische Regierung werde seine Bewerbung aktiv unterstützen.

Ob noch andere Länder ihren Hut in den Ring werfen, ist bislang nicht bekannt. Irland war seit dem Start der Währungsunion vor 20 Jahren noch nie im sechsköpfigen Führungsteam der EZB vertreten.

Der Belgier Peter Praet scheidet Ende Mai nach acht Jahren als oberster Ökonom der EZB aus dem Amt. Die Stelle ist eine der Schlüsselpositionen in der europäischen Geldpolitik. Lane gilt seit längerem als heißer Kandidat. Der 49-jährige promovierte Volkswirt war im vergangenen Jahr schon im Rennen um die Stelle des EZB-Vizepräsidenten, bis Irland seine Kandidatur zurückzog. Der frühere Wirtschaftsprofessor am Trinity College in Dublin und an der amerikanischen Columbia Universität ist seit November 2015 Gouverneur der irischen Zentralbank.

Der Auswahlprozess sieht vor, dass ab sofort Bewerbungen angemeldet werden können. Die Euro-Finanzminister wollen sich dann auf ihrem nächsten Treffen am 11. Februar auf einen Bewerber festlegen. Wer den Zuschlag bekommt, muss noch bei einer Anhörung im Europa-Parlament vorsprechen, welches daraufhin eine Empfehlung abgibt, die allerdings nicht bindend ist. Auf dem EU-Gipfel am 21. und 22. März soll die formelle Entscheidung fallen.

In den kommenden Monaten dürfte auch die heiße Phase bei der Suche nach einem Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi beginnen. Der Italiener scheidet Ende Oktober nach acht Jahren aus dem Amt. 1p1p


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