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    Geoblocking: EU verordnet gleiche Bedingungen bei der Zahlungsabwicklung

    Eine neue Verordnung der EU sieht vor, dass Online-Händler allen Kunden gleiche Bedingungen bei der Zahlungsabwicklung einräumen müssen. Wer etwa die Bezahlung per Kreditkarte anbietet, muss Karten aus jedem EU-Land akzeptieren – ohne zusätzliche Gebühren. Die Zahlungsabwicklung über CrefoPay ist jedoch weiterhin ohne Einschränkungen möglich.

    Um den Urheberschutz von Filmen, Fernsehserien oder anderen über das Internet verbreiteten digitalen Medien zu sichern, setzen die meisten Anbieter auf ein sehr effektives Verfahren: Geoblocking. Diese Technik macht es möglich, bestimmte Internetnutzer auszuschließen – weil das Urheberrecht für das Land, aus dem der Nutzer der Internetseite stammt, nicht gilt.

    Lange Zeit haben sich auch viele E-Commerce-Unternehmen die Idee des Geoblockings zunutze gemacht, um ihr Zahlungsausfallrisiko zu reduzieren. Sie boten Zahlungsmethoden an, die bei genauerem Hinsehen nicht allen Kunden gleichermaßen offenstanden. So lehnte beispielsweise mancher Händler die Zahlung mittels einer in Osteuropa ausgestellten Kreditkarte durch einen osteuropäischen Kunden ab, weil er darin – ob berechtigt oder nicht – ein erhöhtes Risiko sah.

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    Ein solcher Ausschluss von Kunden ist seit dem 3. Dezember 2018 nicht mehr möglich. Seit diesem Tag ist die Verordnung 2018/302 der Europäischen Union, besser bekannt als Geoblocking-Verordnung, in Kraft.

    Sie schreibt vor, dass ein Online-Händler die Zahlungsabwicklung für Kunden aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes, des Standorts des Zahlungskontos, des Ortes der Niederlassung des Zahlungsdienstleisters oder des Ausstellungsorts des Zahlungsinstruments innerhalb der Europäischen Union nicht unterschiedlich gestalten darf.

    „Der Händler ist selbstverständlich nach wie vor frei in der Wahl der Zahlungsmittel, die er akzeptieren möchte. Aber wenn er eine Methode anbietet, muss dieses Angebot allen Kunden offenstehen. Es darf keine Diskriminierung geben, etwa in der Art, dass der Händler Zusatzgebühren für die Akzeptanz von Zahlungen aus dem europäischen Ausland verlangt“, erklärt Daniel Blasberg, Projektleiter CrefoPay beim Verband der Vereine Creditreform.

    So kann sich ein Online-Verkäufer beispielsweise dafür entscheiden, nur MasterCard-Kreditkarten zu akzeptieren und Visa-Kreditkarten grundsätzlich auszuschließen. Dann muss aber auch jeder Kunde auf dem europäischen Binnenmarkt in gleicher Weise mit einer Mastercard bezahlen können.

    Gleiches Recht für alle

    Ähnlich ist es bei der Zahlungsart „Rechnungskauf“. Sofern ein Händler diese Option anbietet, muss jeder EU-Ausländer ohne Einschränkungen per Rechnung bezahlen können. Das kann zu Problemen führen, denn vor dem Hintergrund möglicher Zahlungsausfälle setzen E-Commerce-Unternehmen Bonitätsprüfungen ein, um die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen zu minimieren.

    » Die Zahlungsabwicklung über CrefoPay ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich. «
    Daniel Blasberg, CrefoPay

    Diese Prüfungen sind jedoch für das europäische Ausland nicht immer in vollem Umfang oder nur zu unverhältnismäßig hohen Kosten durchzuführen. Welche Konsequenzen hat das vor dem Hintergrund der Geoblocking-Verordnung, die Diskriminierungen bei der Zahlung untersagt?

    „Die CrefoPay-Risikomanagement-Plattform stellt sicher, dass inländische Transaktionen bei fehlender oder nicht verfügbarer Bonitätsprüfung nicht mittels Rechnungskauf abgewickelt werden. Die gleiche Logik wird angewendet, wenn ein Kunde aus dem europäischen Ausland in einem deutschen Onlineshop einkauft. Somit ist klar, dass keine unterschiedlichen Bedingungen für den Zahlungsvorgang vorliegen und die Vorgaben der Verordnung eingehalten werden. Die Zahlungsabwicklung über die CrefoPay-Plattform ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich“, betont Blasberg.

    Ausnahme von der Regel

    Artikel 5, Absatz 2 der Geoblocking-Verordnung sieht einen Ausnahmetatbestand vor, der Internet-Händlern hilft, ihr Zahlungsausfallrisiko zu verkleinern: „Hat der Anbieter jedoch keine andere Möglichkeit, das Risiko der Nichterfüllung durch den Kunden zu verringern, insbesondere auch bei Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Kunden, sollte es den Anbietern gestattet sein, die Lieferung der Waren oder die Erbringung der Dienstleistung zurückzuhalten, bis sie eine Bestätigung erhalten haben, dass der Zahlungsvorgang ordnungsgemäß eingeleitet wurde“, heißt es dort.

    Und weiter: „Im Falle eines Lastschriftverfahrens sollte es den Anbietern gestattet sein, eine Vorauszahlung mittels einer Überweisung zu verlangen, bevor die Waren verschickt werden oder die Dienstleistung erbracht wird. Eine unterschiedliche Behandlung sollte sich jedoch nur auf objektive und hinreichend gerechtfertigte Gründe stützen.“

    Damit ist klar, dass das Verbot der Diskriminierung nicht greift, wenn ein E-Commerce-Unternehmen keine andere Möglichkeit hat, das Risiko der Nichtbezahlung zu verringern. Konkret: Angenommen, ein Händler überprüft regelmäßig die Kreditwürdigkeit seiner Kunden durch Systeme der Bonitätsbewertung, ein Kunde befindet sich jedoch aufgrund seines Wohnsitzes nicht in diesen Systemen.

    In diesem Fall kann der Anbieter die Ware zurückbehalten und auf die Bestätigung seiner Bank über die erfolgte Überweisung warten. Im Fall eines Lastschriftverfahrens kann er eine Vorauszahlung mittels einer Überweisung verlangen, bevor er die Waren verschickt. Der sicherste Weg wäre natürlich, die Möglichkeit des Rechnungskaufs gar nicht erst anzubieten beziehungsweise ausschließlich die Zahlung mit Vorkasse zu ermöglichen. Damit würde ein Händler jedoch einen häufig geäußerten Kundenwunsch ignorieren.

     

    Erst die Ware, dann das Geld – die beliebtesten Zahlungsarten

    Online-Käufer bezahlen am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Das hat das Handelsforschungsinstitut EHI in seiner Studie „Online-Payment 2018“ herausgefunden. Demnach ist der Rechnungskauf mit einem Marktanteil von 28 Prozent (gemessen am Umsatz) nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen das Lastschriftverfahren (20,1 Prozent), PayPal (19,9 Prozent) sowie Kreditkarten (11 Prozent). Der Studie zufolge bieten Online-Händler ihren Kunden zunehmend mehr Zahlungsoptionen. Die 111 vom EHI befragten Online-Händler (Pureplayer und Omnichannel-Anbieter) planen, ihr Angebot bis Ende des Jahres 2019 um ein bis zwei neue Zahlungsdienste zu erweitern. Ganz oben auf der Wunschliste steht dabei Amazon Pay – obwohl viele Händler die hohen Gebühren für Transaktion und Implementierung kritisieren. Darüber hinaus wird die Möglichkeit, mit Gutschein im Onlineshop zu bezahlen, zunehmend attraktiv. Weitere Favoriten bei der Erweiterung des Zahlungsmix: Zahlung bei Abholung, Paydirekt, Sofortüberweisung, Bankeinzug/Lastschrift sowie Ratenkauf/Finanzierung mit Zahlungsgarantie.


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