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Börse: Aufatmen im April

Vorläufig ist für den Aktienmarkt keine größere Gefahr zu sehen. Doch Vieles wird von der Zinspolitik der Notenbanken abhängen.

Die politischen Themen, wie der Handelsstreit zwischen den USA und China und der Haushaltsstreit mit Italien, sind vorläufig stillgelegt und beunruhigen die Börsen im Moment nicht. Was allerdings die Börsen noch beeinflussen kann, das sind die Konjunkturmeldungen.

Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt schon seit sechs Monaten. Und auch der amerikanische Einkaufsmanagerindex ist im Februar wieder zurückgegangen. „Steht die Weltwirtschaft vor einer Rezession?“, lautet die bange Frage, die derzeit die Börsianer bewegt.

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Doch offenbar hat die US-Zentralbank aufgrund der schwachen Konjunkturmeldungen ihre straffere Zinspolitik nun aufgegeben und sich darum bemüht, die Höhe der kurzfristigen Zinsen, die sie beeinflussen kann, wieder unter den Stand der langfristigen Zinsen zu bringen.

Gelingt ihr das nicht, droht in der Tat eine Rezession. Mittlerweile sinken die US-Geldmarktzinsen unter Banken, aber nur langsam. Sinken sie stärker, dann könnte der US-Dollar schwächer werden.

Das würde aber dann die US-Einkaufspreise erhöhen, was man bei schwacher Konjunktur auch nicht gebrauchen kann. Die EZB blieb dankenswerterweise bei ihrer Nullzinspolitik, was der Konjunktur sicher hilft. Was nun die Reaktion der Börsen betrifft, schauen wir uns den augenblicklichen Trend einmal an:

Zinsstruktur: Der geglättete Zinsabstand zwischen langen und kurzen Zinsen liegt nur noch bei 0,11 Prozent, geht also zurzeit weiter abwärts. Ein Zeichen für die schwache Konjunkturlage. Aber erst, wenn er unter null fällt, droht Rezessionsgefahr. Vielleicht gelingt es der US-Zentralbank noch rechtzeitig, das Ruder herumzureißen.

Trendsignal: Die Aktienindizes streben momentan nach oben, aber der Nasdaq Composite hat noch ein Stück Weg vor sich, bis er ein 25-Wochen-Hoch erreicht, das für ein Kaufsignal dieses Indikators nötig wäre. Anfang April müssten dazu die März-Kurse übertroffen werden, die bisher bei rund 7.600 Punkten liegen.

Anleihezinsen: Sinkende Anleihezinsen sind zunächst einmal gut für Aktien; daher unser positives Signal. Momentan sind sie aber auch Ausdruck der weltweiten Konjunkturskepsis.

Ölpreis: Der Brent-Ölpreis pendelt derzeit um die 65-Dollar-Marke und bleibt im Aufwärtstrend. Daher ist dieser Indikator negativ. Aber dieses Preisniveau stellt für den Aktienmarkt und die Konjunktur keine Belastung dar.

CRB-Index: Die Rohstoffpreise (CRB pendelt um 180 Punkte) liegen weiter unter ihrem Stand von vor einem Jahr und signalisieren damit null Inflation!

US-Dollar: Der US-Dollar bleibt ebenfalls noch im positiven Trend bei Kursen zwischen 0,87 und 0,88 Euro. Seine künftigen Kurse werden auch davon abhängen, wie es mit Großbritannien weitergeht.

Saisonfaktor: Erst Ende April müssen sich die Börsianer wegen der oft schwächeren Sommermonate wieder mehr Sorgen machen. Dieser Indikator wird dann auf „negativ“ umgestellt.

Fazit: Dass die Kurse bis zum Ende der Wintersaison steigen werden, war zu erwarten und hat sich bis jetzt bestätigt. Ab Mai werden die Karten neu gemischt


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