Finanzierung, Mittelstandsbotschafter, solvent

Liquiditäts-Bauchgrimmen – Die Bewegungsbilanz hilft

Die Liquidität im Unternehmen wird etwas enger. Die Steuerung des Geschäftsgirokontos bzw. der Geschäftsgirokonten verlangt mehr Aufmerksamkeit. Damit stellt sich automatisch die Frage: Wo liegen dafür die Ursachen?

Oft stellt sich auch schon vorher oder spätestens in dieser Phase unternehmerisches Bauchgrimmen ein: Irgendetwas läuft da in der Liquidität nicht richtig. Auf solches Bauchgrimmen bitte unbedingt sensibel hören und direkt den Ursachen auf den Grund gehen.

Denn in den heutigen Rating-Zeiten ist für die Liquiditätsversorgung von Unternehmen nichts schädlicher, als das Senden von „Warnsignalen“ aus der Kontoführung in die Ratingsysteme der Banken und Sparkassen.

Doch mit welchem Instrument oder Werkzeug den Ursachen des Bauchgrimmens auf den Grund gehen?

Ein guter erster Einstieg ist die „Bewegungsbilanz“. Die Bewegungsbilanz stellt die Positionen der Bilanz auf Aktiv- und Passiv-Seite in einer komprimierten Form zusammen und vergleicht die Kontostände an zwei Stichtagen. Das können zwei Bilanzstichtage sein, das kann aber zum Beispiel auch der 31.12.2018 und aktuell der 31.03.2019 sein. Dieser Abgleich wird ergänzt um den Ertrag in diesem Zeitraum – im Beispiel also um das vorläufige Ergebnis in der Buchhaltung für das erste Quartal 2019.

Die Bewegungsbilanz beantwortet für den Betrachtungszeitraum zwei Fragen:

  1. Wo ist Liquidität dem Unternehmen zugeflossen – Mittelherkunft?
  2. Wo ist Liquidität aus dem Unternehmen abgeflossen – Mittelverwendung?

Betrachten wir die Antworten auf die beiden Fragen genauer:

  1. Mittelherkunft
  • Eine Bilanzposition auf der Aktivseite hat sich reduziert – Beispiel: Das Unternehmen hat seine Kunden stringenter gemahnt, diese haben reagiert und vermehrt offene Rechnungen überwiesen – Liquidität ist zu geflossen
  • Eine Bilanzposition auf der Passivseite hat sich erhöht – Beispiel: Die Bank hat ein Darlehen für eine Maschinen-Investition ausgezahlt – Liquidität ist zugeflossen
  • Das vorläufige Ergebnis in der BWA für das erste Quartal ist positiv – in Höhe dieses Ertrages ist Liquidität zugeflossen
  1. Mittelverwendung
  • Eine Bilanzposition auf der Aktivseite hat sich erhöht – Beispiel: Das Unternehmen hat die bestellte Maschine bezahlt und diese damit aktiviert – Liquidität ist abgeflossen
  • Eine Bilanzposition auf der Passivseite hat sich reduziert – Beispiel: Das Unternehmen hat fällige Lieferantenverbindlichkeiten beglichen – Liquidität ist abgeflossen
  • Das vorläufige Ergebnis in der BWA weist für das erste Quartal leider einen Verlust aus – in dieser Höhe ist Liquidität verbraucht worden.

Die Bewegungsbilanz gibt auf diese Weise einen ersten konzentrierten Einblick in die Ursachen einer sich abzeichnenden oder sich anbahnenden Liquiditätsverschlechterung. Je nach Aussage wird den wesentlichen Ursachen dann tiefer auf den Grund gegangen.

Das praktische an diesem Instrument: Die Finanzbuchhaltung liefert die Bewegungsbilanz als Sonderauswertung jederzeit. Die Abbildung zum Beitrag zeigt eine Bewegungsbilanz aus dem System der DATEV. Die eigene Buchhaltung oder der damit beauftragte Steuerberater hilft weiter.


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