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Creditreform

Was US-Staatsanleihen angeht, „so ist eine anhaltende Seitwärtsbewegung auf niedrigen Niveaus am wahrscheinlichsten – etwa in einer Bandbreite von 1 % – 2,5 %“, so der fürs Fondsmanagement zuständige Geschäftsführer von Raiffeisen Capital Management, Gerhard Aigner. „Fundamental und sehr langfristig betrachtet sind US-Staatsanleihen (ebenso wie etwa deutsche oder gar japanische Staatsanleihen) aber teuer. Für die allermeisten Investoren spielt das derzeit aber keine Rolle.“

Deutsche Staatsanleihen sind derweil trotz Minizinsen nach wie vor sehr gefragt. „Dies kann durchaus dahingehend interpretiert werden, dass die meisten Marktteilnehmer die Zukunft und die konjunkturellen Aussichten der Eurozone weiterhin skeptisch betrachten“, so Aigner. Ein besseres Risiko-Ertragsprofil als Euro-Staatsanleihen bieten insgesamt Euro-Unternehmensanleihen (Nicht-Finanzunternehmen) mit guter und sehr guter Bonität, wobei Anleihen von Unternehmen aus den Nicht-Peripheriestaaten unter Risikoaspekten zu bevorzugen sind.

Bei Emerging Markets Anleihen schränken die starken Preisanstiege bei vielen Nahrungsmitteln das Potential für weitere Renditerückgänge bis auf weiteres deutlich ein. Langfristig sind die aktuellen Renditeniveaus in vielen Fällen aber noch immer als attraktiv einzustufen.

Für den US-Aktienmarkt bleiben die langfristigen Perspektiven gut. Nicht zu unterschätzen ist zwar, dass die viel zu hohe Verschuldung (öffentlich und privat) und die stark wachsende soziale Kluft zu einem immer stärkeren Bremsklotz für die US-Wirtschaft werden. Auf der positiven Seite stehen aber die günstigen Auswirkungen dauerhaft niedrigerer Energiepreise – ganz im Gegensatz zur übrigen Welt.

Die europäischen Aktienmärkte haben sich durch die Ankündigungen der EZB und den weitgehend geordneten Schuldenschnitt Griechenlands stabilisiert und teilweise deutlich erholt. Aigner: „Aus Bewertungssicht halten wir die aktuellen Niveaus mittel- und langfristig weiterhin für attraktiv. Sie besitzen im weltweiten Vergleich erhebliches Nachholpotential, das dann zum Tragen kommen kann, wenn die Unternehmensgewinne in der Eurozone wieder anziehen.“

Aus Bewertungssicht sind die meisten Emerging Markets Aktien im weltweiten Vergleich relativ günstig. Vor allem die europäischen Schwellenländerbörsen handeln, insgesamt gesehen, mit teilweise sehr deutlichen Bewertungsabschlägen. „Nicht nur relativ, sondern auch absolut gesehen spricht einiges für ein positives Aktienjahr 2013 in den meisten Emerging Markets“, so Aigner.