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Volker Busch

Gesundheit ist Kopfsache, weiß Prof. Dr. Volker Busch. Der 49-Jährige ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Professor an der Universität Regensburg. Als Arzt, Autor, Vortragsredner und Coach begleitet er Menschen auf dem Weg zu psychischer Gesundheit sowie zu Motivation und Inspiration für Beruf und Alltag. © Dr. Volker Busch

 

Laut Studien fühlen sich bis zu 25 Prozent der Menschen in unseren Breiten in der Zeit von November bis Februar oftmals lustlos und antriebsarm. Unternehmen Sie etwas dagegen. Wie Sie mit möglichst viel Tageslicht ein Stimmungstief vermeiden.

 

Die dunkle Jahreszeit kann einem echt auf die Laune schlagen, finden Sie nicht auch? Die Stimmung ist gedrückt, das Schlafbedürfnis ist groß und der Appetit ist gesteigert. Aus Winterblues entsteht Winterspeck.

Die Ursache dafür ist das fehlende Sonnenlicht. Unsere innere Uhr, beziehungsweise unser Hormonhaushalt, kommt aus dem Takt. Die Folgen: zu viel Melatonin, dieses Hormon macht uns schläfrig, und zu wenig Serotonin, wodurch sich unsere Stimmung verschlechtert.

 

Raus ins Licht

Doch es existiert eine preiswerte und nebenwirkungsfreie Behandlung, so profan sie klingen mag: Gehen Sie raus in die Sonne! Denn genau ihr Tageslicht fehlt uns in den dunklen Monaten des Jahres.

Wenn das Auge mehr Licht aufnimmt, wird im Gehirn Melatonin abgebaut und mehr Serotonin ausgeschüttet. Die Energie kehrt zurück und die Stimmung hellt sich auf. Dabei kommt es weniger auf den Ort an, an dem Sie Ihre Portion Licht tanken, sondern allein auf die Lichtstärke der Umgebung.

Untersuchungen zeigen, dass etwa 10.000 Lux wirksam sind, um Ihrem Winterblues den Marsch zu blasen. Ein hell erleuchteter Weihnachtsbaum ist zwar schön anzusehen, reicht aber nicht, selbst wenn Sie direkt in die Kerzen starren.

 

Morgenstund macht gesund

Erst der Aufenthalt im Freien bringt die nötige Lichtausbeute: Im Winter kommen Sie je nach Wetter bei wolkenbehangenem Himmel auf 1000-5000 Lux. Das ist besser als nichts. Bei Sonnenschein erreichen Sie die empfohlenen 10.000 Lux. 30 bis 60 Minuten Sonnenlichtgenuss sind dann bereits ausreichend. Besonders wirksam ist das Licht übrigens in der ersten Tageshälfte.

Gehen Sie also in der Mittagspause eine halbe Stunde spazieren. Fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit, wenn es sich einrichten lässt. Und betreiben Sie am Wochenende vormittags etwas Sport im Freien.

Holen Sie sich das Sonnenlicht in Ihr Herz – und in Ihr Hirn. Und haben Sie keine Angst vor dem vorübergehenden Stimmungstief. In aller Regel kommt es zu einer spontanen Besserung, sobald die Tage wieder länger werden. Dann wird der Winterblues zur Frühlingssinfonie. Also halten Sie durch. Bis dahin wünsche ich Ihnen allen eine frohe (vor-)weihnachtliche Zeit, mit viel Lebkuchen, mit viel Liebe – und mit viel Tageslicht!

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