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© Chris Liverani/Unsplash

Nach dem Einbruch der Umsätze für Luxusmarken im Corona-Jahr 2020 kehrt die Lust an edlen Produkten zurück. Wie Anleger auf den Trend setzen.

Chanel, Louis Vuitton und Gucci sind die beliebtesten Nobelmarken im Reich der Mitte. Chinesische Konsumentinnen und Konsumenten sind statusorientiert und zeigen ihren Wohlstand gerne nach außen. Für die Luxusgüterhersteller ist China das Maß der Dinge. Denn trotz der Pandemie gaben die Menschen dort im vergangenen Jahr 44 Milliarden Euro für Luxusprodukte aus – das sind 45 Prozent mehr als 2019.

Weltweit brach dagegen der Umsatz der Luxusgüterhersteller laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company um 23 Prozent ein und fiel damit von 281 auf 217 Milliarden Euro. Geschäfte mussten schließen, der Flugverkehr kam fast zum Erliegen. Dabei gehört der Besuch von Einkaufspalästen und Luxusshops zum Kundenerlebnis der Edelmarken. Doch nun zeichnet sich ein Ende der Durststrecke ab. In den kommenden Monaten werden viele Shops wieder öffnen und auch Reisen ist wieder möglich.

 

Das Maß aller Dinge ist LVMH

Weltweit soll nach Schätzungen von Bain der Umsatz mit edlem Zwirn, Spirituosen, Schmuck und Uhren um acht bis 14 Prozent steigen. Diese Hoffnung auf eine schnelle Erholung beflügelt auch die Fantasie der Anleger.

Im Zuge der weltweiten Aktienhausse erklimmen einige der börsennotierten Edelmarken ein Allzeithoch. Das Maß aller Dinge ist LVMH: Hinter dem Kürzel stecken die berühmten Luxusmarken Louis Vuitton (Koffer und Taschen), Moët (Champagner) und Hennessy (Cognac).

Der Umsatz im ersten Quartal 2021 stieg um 32 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Positive Impulse gehen auch von der Übernahme des Schmuckherstellers Tiffany aus, die LVMH im Januar abgeschlossen hat. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37 ist LVMH zwar ambitioniert bewertet, gilt aber als die wachstumsstarke Nummer eins der Branche.

 

Hugo Boss wächst in China

Im Konzert der Luxusmarken spielt auch Hugo Boss mit. Der Umsatz ging im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr zwar um zehn Prozent auf 497 Millionen Euro zurück, doch das Unternehmen erzielt wieder einen operativen Gewinn. Hugo Boss will Verkaufsflächen in Europa reduzieren und im Gegenzug Kapazitäten in China ausbauen.

„Wir sind mit der Umsetzung unserer strategischen Initiativen deutlich vorangekommen – allen voran im wichtigen Onlinegeschäft und in China“, sagt Yves Müller, Sprecher des Vorstands von Hugo Boss. Wachsen will Hugo Boss auch im Bereich Freizeit und Sport und geht dafür eine Kooperation mit der US-amerikanischen National Basketball Association (NBA) ein.

Gerade der Onlineabsatz eröffnet neue Geschäftsmodelle. So offeriert die Düsseldorfer Onlineplattform Fashionette ein hochwertiges Einkaufserlebnis beim Kauf von Luxusgütern. Das Angebot wird individuell auf jede Kundin zugeschnitten. Zum Sortiment zählen Designertaschen, Schuhe sowie Sonnenbrillen, Uhren und Schmuck. Gegen den Trend konnte das Unternehmen 2020 seinen Absatz um 30 Prozent auf 94,8 Millionen Euro steigern und 63 Prozent Neukunden gewinnen.

 

Alternative: Investmentfonds für Luxusmarken

Den Weg zum Investment eröffnen auch breit streuende Investmentfonds. Seit 2005 ist der Aktienfonds Pictet Premium Brands P (LU0217139020) auf dem Markt. Der aktiv gemanagte Fonds kommt seither auf eine jährliche Rendite von 8,9 Prozent und schneidet besser ab als der Vergleichsindex MSCI World mit einem Plus von 8,2 Prozent.

Die Fondsmanagerin Caroline Reyl investiert breit: Das Spektrum reicht von American Express über die Hotelkette Marriott International sowie Apple bis hin zum Kosmetikhersteller L’Oréal. Auch LVMH darf nicht fehlen. „Wir rechnen damit, dass sich die Umsätze 2021 stark erholen werden und sind zuversichtlich, dass sich Premiummarken von der Krise in Anbetracht guter Geschäftsmodelle und starker Bilanzen erholen werden“, sagt Reyl. Die jährliche Managementgebühr liegt bei zwei Prozent.

Kostenmäßig deutlich günstiger sind börsengehandelte Indexfonds (ETFs) wie der Amundi S&P Global Luxury ETF (ISIN LU1681048630), bei dem die jährliche Managementgebühr 0,25 Prozent beträgt. Er bildet die Wertentwicklung des Aktienindex S&P Global Luxury ab, der die 80 weltweiten größten Luxusgüterhersteller umfasst.

Größte Positionen sind Tesla und LVMH. In den vergangenen drei Jahren konnte der Fonds ein jährliches Plus von durchschnittlich 17,1 Prozent erreichen.

Egal, wie Anleger investieren: Der Luxusgütermarkt bietet überdurchschnittliches Wachstum. Dieser Trend sollte auf absehbare Zeit anhalten. Entsprechend groß sind die Chancen für gute Gewinne an den Börsen.