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Creditreform

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Eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) ist nicht mehr nur für die Steuerbefreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen entscheidend, sondern hat auch bei der umsatzsteuerlichen Beurteilung von grenzüberschreitenden Reihengeschäften und Konsignationslagern sowie bei der Rechnungsstellung für Umsätze zwischen deutschen Geschäftspartnern an Bedeutung gewonnen.

Für das Recht auf Vorsteuerabzug geben sich die Finanzbehörden nun etwa zwecks eindeutiger Identifizierung des Steuerpflichtigen mit der postalischen Erreichbarkeit in Verbindung mit dessen gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zufrieden. Die Gültigkeit lässt sich durch qualifizierte Bestätigungsanfragen beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) belegen. Dabei werden zusätzlich noch Name und Anschrift des Abnehmers überprüft.

 

 

 

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Unser Steuer-Experte: Bernhard Lindgens ist in der Umsatzsteuer­betrugsbekämpfung im Bundeszentralamt für Steuern in Bonn tätig. Zuvor war er im Bundesministerium der Finanzen für verschiedene Projekte in der Steuerfahndung und Betrugsbekämpfung sowie für den Datenzugriff der Finanzbehörden.

 

Auf einem ganz anderen Blatt stehen dagegen die Nachweise bei späteren Umsatzsteuer-Sonderprüfungen und Betriebsprüfungen, ob eine derartige Kontrolle der USt-IdNr. erfolgt ist. Zu diesem oft streitbehafteten Prüfungsschwerpunkt haben die Finanzbehörden nun ein Anwendungsschreiben veröffentlicht und folgende Kriterien definiert:

Bei Anfragen zu einzelnen USt-IdNrn. ist der Nachweis der durchgeführten qualifizierten Bestätigungsanfrage durch die Aufbewahrung des Ausdrucks oder die Übernahme des vom BZSt übermittelten Ergebnisses in einem allgemein üblichen Format oder als Screenshot im System des Unternehmens zu führen.

Bei gleichzeitigen Anfragen zu mehreren USt-IdNrn. gilt die vom BZSt übermittelte elektronische Antwort in Form eines Datensatzes als Nachweis und kann unmittelbar in das System des Unternehmens eingebunden und ausgewertet werden.

Rechtsgrundlagen

Anwendungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 28. Oktober 2020 (Az.: III C 5 – S 7427-d/19/10001 :0001) zur Nachweisführung im Bestätigungsverfahren nach § 18e UStG

Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) Abschnitt 18e.1 Absätze 2 und 5