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Creditreform

Das Urteil: Weigert sich ein Arbeitnehmer, seinen Arbeitsauftrag zu erledigen, kann der Arbeitgeber ihm fristlos kündigen. Das gilt auch, wenn der Arbeitnehmer meint, er bekomme zu wenig Lohn für seine Arbeit. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschieden (Az.: 5 Sa 111/13).

Der Fall: Ein Bodenleger hatte für bestimmte Verlegearbeiten einen Akkordsatz vereinbart. Dabei musste er auch damit zusammenhängende Arbeiten erledigen, wie beispielsweise den Belag in die einzelnen Häuser transportieren, den Untergrund reinigen sowie den Belag und Dämmstreifen zuschneiden.

Nach zwei Tagen rechnete er seinen Durchschnitts-Stundenlohn aus und kam auf einen Betrag von 7,86 Euro statt der sonst üblichen zwölf Euro. Daraufhin forderte der Mitarbeiter einen adäquaten Stundenlohn oder aber einen anderen Einsatzort. Das wiederum lehnte der Arbeitgeber ab. Nach mehreren Gesprächen mit dem Arbeitnehmer kündigte der Betrieb den Bodenleger, da er sich weigerte, die zugewiesenen Arbeiten auszuführen.

Die Begründung: Die Kündigung ist rechtens. Der Arbeitnehmer hätte die Arbeiten erledigen müssen. Besonders die beharrliche Weigerung rechtfertigt die fristlose Kündigung. Den Streit über die Vergütung hätte der Arbeitnehmer nach Ausführung der Arbeiten führen müssen. Ein Zurückbehaltungsrecht hat der Arbeitnehmer nicht.