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Creditreform

Platz 5: Allianz AG kauft die Dresdner Bank (2001)

für 22,5 Milliarden Euro.

Am 23. Juli 2001 wurde die Dresdner Bank von der Allianz AG für 22,5 Mrd. Euro übernommen, nachdem zuvor Fusionsversuche mit der Deutschen Bank und der Commerzbank gescheitert waren. In den darauffolgenden Jahre wurde massiv Personal abgebaut. Hatte die Bank 2000 noch rund 51.000 Mitarbeiter, waren es Ende 2007 nur noch rund 26.000. Der Weiterverkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank 2009 brachte der Allianz nur noch rund fünf Milliarden Euro ein.

Platz 4: Mannesmann AG übernimmt Orange plc (1999)

für 30,2 Milliarden Euro

Ab 1999 versuchte der britische Konzern Vodafone, den deutschen Mischkonzern Mannesmann AG zu übernehmen. Um sich dagegen zu wehren, entschloss sich Mannesmann kurzerhand Orange plc als sogenannte „Giftpille“ für rund 30,2 Milliarden Euro zu übernehmen. Damit wollte Mannesmann für Vodafone unattraktiv werden, denn schon damals war klar, dass Vodafone nach einer Mannesmann-Übernahme Orange plc unter großen Verlusten hätte weiterverkaufen müssen. Doch wie sich wenig später zeigen sollte, ging dieser Plan nicht auf.

Platz 3: Daimler Benz kauft Chrysler (1998)

für 34,9 Milliarden Euro:

Am 7. Mai 1998 gaben die Firmenchefs von Daimler Benz und Chrysler den Zusammschluss beider Unternehmen bekannt. Dabei betonten beide, dass es sich um keine Übernahme, sondern um eine Fusion unter Gleichen handele. Diese Fusion erfolgte durch einen Aktientausch in Aktien des neuen Unternehmens, also der DaimlerChrysler AG. Daimler-Benz-Aktionäre erhielten pro Aktie 1,005 DaimlerChrysler-Aktien, eine Chrysler-Aktie wurde in 0,6235 DaimlerChrysler-Aktien getauscht. Am 17. November des gleichen Jahres nahm die neue DaimlerChrysler AG das operative Geschäft auf und die Aktien wurden erstmals an den Börsen gehandelt.

Platz 2: Deutsche Telekom AG übernimmt Voice Stream Wireless Corp (2000)

für 38 Milliarden Euro:

Im Juli 2000 kündigte die Deutsche Telekom AG an, den amerikanschen Mobilfunkanbieter Voicestream für einen Preis von 38 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die Transaktion sollte im wesentlichen über einen Aktientausch erfolgen. Die Anleger reagierten damals schockiert über den hohen Kaufpreis. Telekom-Chef Ron Sommer verteidigte die Übernahme, indem er große strategische Chancen auf dem US-Markt prophezeite. Die T-Aktie ging damals dennoch in den Keller.

Platz 1: Vodafone schluckt die Mannesmann AG (1999)

für 190 Milliarden Euro:

Trotz der Übernahme von Orange plc durch die Mannesmann AG begann Vodafone Ende 1999 mit der feindlichen Übernahme des deutschen Mischkonzerns. Es war die bis heute größte in Deutschland. Nach einer monatelangen Übernahmeschlacht stimmte der Aufsichtsrat am 4. Februar 2000 dem Aufkauf zu. Die Minderheitsaktionäre wurden zwangsweise abgefunden. Der Mannesmann-Konzern verlor damit seine Selbstständigkeit – trotz des erfolgreichsten Geschäftsjahres in der Geschichte – und wurde in der Folge aufgespalten.

 

Quellen: Handelsblatt, M & A Review, PricewaterhouseCoopers AG