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Creditreform

Unser Gesamtsystem hat recht behalten. So schnell wie in der ersten Oktoberhälfte die Kurse einbrachen, so schnell erholten sie sich wieder. Crashpropheten und die meisten Chartisten lagen wieder einmal schief.

Wir sahen keinen Grund für Verkäufe, denn sämtliche Signale, die sich in der Vergangenheit bewährt hatten, gaben grünes Licht für Aktien. Und das gilt auch weiterhin. Bekanntlich schauen wir auf

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,

b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie

c) die Mehrheit der Signale von fünf bewährten weiteren Indikatoren, und zwar: Trend der Anleihezinsen, des Ölpreises, Inflationstrend repräsentiert durch den Rohstoffindex CRB, Trend des US-Dollars zum Euro und nicht zuletzt der Saisonfaktor.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Aktienbörsen?

Zinsstruktur: Positiv! Unser Konjunkturindikator „Zinsstruktur“ ist inzwischen auf einen Stand von 1,20 Punkten zurückgegangen. Die Weltkonjunktur hat sich zwar leicht abgeschwächt, aber das Rezessionsgerede war übertrieben. Dazu müsste der Zinsstrukturindikator (lange Zinsen minus kurze Zinsen) unter null gehen.

Trendsignal: Positiv! Der Nasdaq- Composite-Index hat mittlerweile sogar neue Jahreshöchststände erzielt. Er war in der Vergangenheit meist ein guter Frühindikator für den Dax. Sein Aufwärtstrend bleibt ungebrochen. Er gehört zusammen mit dem Dax und dem Dow-Jones-Utility-Index zu den besten Frühindikatoren unter den Aktienindizes.

Anleihezinsen: Positiv! Die Anleihezinsen sinken, und damit bleiben Anleihen für lange Zeit weniger attraktiv als Aktien. Zuletzt gingen die US-Anleihezinsen wieder leicht nach oben. Doch ob das der Anfang einer Zinswende ist, steht noch nicht fest.

© Creditreform-Magazin 12/2014

© Creditreform-Magazin 12/2014

Ölpreis: Positiv! Der Ölpreis ist trotz der politischen Krisen unverändert im Sinkflug. Hauptgrund ist wohl die US-Produktion von Ölschiefer, die zu einer großen Konkurrenz geworden ist. Für Unternehmen und Privatleute ist der sinkende Ölpreis ein extra Konjunkturprogramm.

CRB-Index: Positiv! Auch die CRB-Rohstoffpreise liegen unter ihrem Vorjahreswert, und ihr Anstieg wird zunehmend geringer als vor einem Jahr.

US-Dollar in Euro: Positiv!Der US-Dollar liegt zum Euro weiter im Aufwärtstrend. Entgegen vieler negativer Kommentare dazu ist die Dollarstärke ein positives Signal für Aktien, weltweit.

Saisonfaktor: Positiv! Seit dem letzten Freitag im September gibt dieser Indikator wieder ein positives Signal. Er wird erst am letzten Freitag im Mai 2015 wieder nach oben drehen.

Fazit: Sie sollten meiner Einschätzung nach an der Börse engagiert bleiben und schwache Kurse für Käufe nutzen.

© Creditreform-Magazin 12/2014

© Creditreform-Magazin 12/2014