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Creditreform

Es kommt nicht oft vor, dass das erste Quartal eines Kalenderjahres kräftige Kursverluste bringt: Nur 1970, 1980, 2003 und 2009 begannen „blutig“. Im März und April begannen die Börsen damals jedoch wieder nach oben zu drehen – wohl dem, der dann bereits investiert war. Und da die Kurse im weltweiten Durchschnitt inzwischen 20 Prozent unter ihrem fairen Wert notieren, besteht kein Grund, mit Käufen weiter zu zögern.

Doch schauen wir auf unsere Signale. Bekanntlich achten wir auf:
a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Märkten?

Zinsstruktur ⇑
Der geglättete Zinsabstand zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen in den USA und in Deutschland beträgt aktuell 0,75 Prozent. Rezessionsgefahren bestehen erst bei einem Absinken unter die Nulllinie.

Trendsignal ⇓
Mittlerweile hat zwar der Dow Jones Utility seinen Abwärtstrend überwunden. Aber das genügt nicht. Vor allem der Nasdaq Composite muss über 5.147 Punkte klettern, damit sich das Trendsignal ändert.

Anleihezinsen ⇑
Weder in den USA noch in Europa kommt es zu einem schnellen Zinsanstieg. Die Unternehmen bleiben entlastet.

Ölpreis ⇑
Der Ölpreis war bereits unter 30 US-Dollar gefallen, hat sich aber in den ersten Februartagen kräftig erholt. Geht diese Aufwärtsbewegung weiter, wird unser Signal negativ.

CRB-Index ⇑
Die Rohstoffpreise bleiben günstig, der CRB-Index liegt weit unter seinem Vorjahresstand.

Saisonfaktor ⇑
Noch haben wir Winterzeit, in der die Börse statistisch gesehen meist freundlich tendiert. Erst am 29. April wird dieses Signal wieder negativ.

US-Dollar in Euro ⇓
Da die US-Konjunktur Schwächen zeigt, stieg der US-Dollar trotz Zinserhöhung zum Euro nicht weiter an und meldete sogar ein 15-Wochen-Tief. Daher hat sich dieser Indikator gedreht.

Fazit:
Das bewährte Gesamtsystem bleibt unter dem Strich im positiven Bereich. Die Kurse sind seit vergangenem Frühjahr auf dem Rückzug. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dieser Trend demnächst dreht. Deshalb: zukaufen!