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Creditreform

Es hat sich nichts geändert: Trotz Sommerflaute und stagnierender Kurse gibt unser System weiterhin kein Verkaufssignal. Griechenland ist zunächst abgehakt. China könnte zwar den europäischen Export negativ beeinflussen – doch die Aktienmärkte hielten sich trotz dünner Handelsumsätze in der Ferienzeit recht gut. Bekanntlich achten wir mit unserer bewährten Methodik auf:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Wie stehen diese Signale aktuell?

Saisonfaktor ⇓
Wir befinden uns in der zumeist schwierigen Sommersaison. Dieser Indikator wird erst ab dem 25. September an wieder positiv ausfallen.

Trendsignal ⇑
Die Aktienindizes Nasdaq, Dow Jones Utility und Dax müssten allesamt deutlich nach unten drehen, um ein negatives Signal zu geben. Der Nasdaq stand bei Redaktionsschluss im August bei 5.167 Zählern – er müsste auf Werte unter 4.900 Punkten fallen.

US-Dollar in Euro ⇓
Obwohl erwartet negativ wird, dass die US-Zentralbank ihre Leitzinsen eher anheben wird als die EZB, gelingt dem US-Dollar zum Euro bislang kein nachhaltiger Anstieg in Richtung Parität.

CRB-Index ⇑
Die Rohstoffpreise insgesamt fallen weiterhin, was eine Entlastung für die Unternehmen darstellt.

Ölpreis ⇑
Auch der Ölpreis geht weiter nach unten. Für den Aktienmarkt ist das positiv, denn es entlastet Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen.

Zinsstruktur ⇑
Unsere Zinsstrukturkurve misst den jeweiligen Abstand der Anleihezinsen von den kurzfristigen Geldmarktzinsen. Sinkt die Kurve unter null, droht eine Weltrezession. Aber das ist nicht der Fall – zuletzt ging die Kurve sogar wieder nach oben. Je größer der Abstand, desto besser die Weltkonjunktur.

Anleihezinsen ⇑
Derzeit sinken die Anleihezinsen sogar ein wenig, denn die Europäische Zentralbank und die USNotenbank zögern weiterhin, ihre Leitzinsen anzuheben. Noch gibt es also keine Zinswende. Der positive Trend würde erst bei einem Anstieg der deutschen Umlaufrendite auf 0,72 Prozent kippen, bei Redaktionsschluss notierte sie jedoch erst bei 0,46 Prozent.

Fazit:
Auch wenn es am Aktienmarkt immer wieder zu kurzfristigen Störungen kommen dürfte, gibt es im Gesamtbild noch keinen Grund für einen generellen Ausstieg.

© Creditreform-Magazin 09/2015

© Creditreform-Magazin 09/2015