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Creditreform

Trotz der statistisch schwachen Sommermonate setzte sich im Juli und Anfang August eine freundliche Börsentendenz durch: US-Indizes kletterten auf Allzeithochs – und auch in Europa ging es wieder aufwärts. Zwar sollte man immer noch beachten, dass die Monate August und September in den vergangenen 50 Jahren statistisch die schwächsten Börsenmonate waren. Aber es hat schon häufig Ausnahmen gegeben. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir ohne Einbruch durch den Spätsommer kommen.

Doch schauen wir auf unsere Signale. Bekanntlich achten wir auf

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf weiteren Indikatoren.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Märkten?

Zinsstruktur ⇑

Die Zinsstrukturkurve sinkt weiter und stand Anfang August bei 0,21. Ein Verkaufssignal erhalten wir zwar erst, wenn die Nulllinie unterschritten wird. Aber wenn der Zinsabstand in diesem Tempo weiter sinkt, droht noch im Winter ein Rezessionssignal.

Anleihezinsen ⇑

In Deutschland ist die Rendite der wichtigen Staatsanleihen negativ – und auch in den USA sind sie noch keine ernsthafte Konkurrenz zu Aktien. Von der ursprünglich geplanten Erhöhung der Leitzinsen in den USA ist nichts mehr zu hören.

Ölpreis ⇑

Der Ölpreis hat von seinen Höchstständen über 50 Dollar (Juni) wieder deutlich nachgegeben und hat mittlerweile sogar Mühe, die 40-Dollar-Marke zu verteidigen. Normalerweise ist ein Absinken des Ölpreises für den Aktienmarkt positiv. Es ist für Unternehmen und Verbraucher ein Konjunkturprogramm – es sei denn, wir bekämen erneut eine Situation, in der der Ölpreis so niedrig ist, dass er Ölgesellschaften und Banken bedroht.

CRB-Rohstoffindex ⇑

Die Rohstoffpreise gemessen am CRB-Index haben ihre kleine Zwischenrallye mittlerweile beendet und gaben zuletzt wieder nach. Inflation droht also nicht.

US-Dollar ⇑

Der Greenback behauptet sich weiterhin gut gegenüber dem Euro und dem Pfund. Er pendelt um die Marke 0,90 Euro. Das hilft europäischen Exporteuren und dem US-Konsum.

Saisonfaktor ⇓

Dieser Indikator ist seit Mai negativ wegen der statistisch schwachen Sommermonate. Er wird aber am 30. September wieder drehen und generiert dann ein positives Signal.

Trendsignal ⇑

Nasdaq Composite, Dax und Dow Jones Utility haben im Juli endlich die erforderlichen neuen Hochs gemeldet. Damit gibt dieses Signal erstmals seit September 2015 wieder ein Kaufsignal. Und da die Signale dieser Methode zwar oft mit Zeitverzögerung kommen, aber sehr zuverlässig sind, dürfen wir hoffen, dass damit nun eine endgültige Wende nach oben eingeläutet wurde.

Fazit:

Nach dem klaren 3:0-Signal des Gesamtsystems sollte man nun wegen der Monate August und September nicht zu ängstlich sein. Für steigende Kurse spricht ebenfalls, dass die Aktienbaisse nun lange genug gedauert hat und der Welt-Aktienmarkt momentan keinesfalls überbewertet ist, sondern ein vernünftiges Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,10 aufweist.