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Creditreform

„Die meisten Firmen müssen regelmäßig in mobile Computer- und Kommunikationslösungen, schnellere Rechner sowie weitere Neuentwicklungen im Elektronik- und Maschinenbereich investieren. Damit vergrößert sich nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch das finanzielle Risiko durch Beschädigung, Zerstörung oder Verlust“, warnt Rettberg. Es gebe jedoch Versicherungslösungen, die das Kostenrisiko im Schadenfall minimieren.

Zahlreiche Risiken können Kommunikations- und EDV-Anlagen, wie Telefonanlagen und Computersysteme, aber auch elektronische Messgeräte, Bearbeitungs- und Produktionsmaschinen sowie weitere technische Anlagen beschädigen oder sogar komplett zerstören. „Zu diesen Gefahren zählen beispielsweise Feuer und Sturm, Erdbeben, Lawinen und Überflutungen, bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser, beispielsweise durch einen Rohrbruch, Einbruchdiebstahl und Überspannungen“, so Rettberg. Doch auch Sabotage, Computerviren und -hacker sowie Bedienungsfehler seien heutzutage die Ursachen für Schäden in Milliardenhöhe alleine in Deutschland.

„Der Schaden beschränkt sich dabei nicht nur auf die Reparatur- oder Ersatzkosten für beschädigte Maschinen oder EDV-Anlagen“, gibt Rettberg zu bedenken. Empfindlich teuer seien meist auch die Ausgaben für die Rekonstruierung verlorengegangener Daten, der Einnahmeverlust durch den schadensbedingten Stillstand des Betriebs, aber auch Konventionalstrafen, weil Termine aufgrund der EDV-Probleme nicht eingehalten werden konnten. (mil)

Berücksichtigen Sie diese Hinweise des Experten:

Sicherheitsmaßnahmen

Damit ein Schaden gar nicht erst eintritt, können Unternehmer speziell im Bereich der Elektronik mit verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. Dazu gehören:
• Überspannungsfilter in das Stromnetz einbauen
• tägliche Datensicherung durchführen
• gesicherte Daten außerhalb des Betriebs aufbewahren
• die Internetverbindung durch stets aktualisierte Virenscanner und eine Firewall sichern

„Doch trotz aller Vorsicht kann ein Schaden nie ganz ausgeschlossen werden“, sagt Rettberg. Daher sei eine umfassende Absicherung des Betriebes wichtig.

Betriebliche Grundabsicherung

„Bereits eine Geschäfts- oder auch Inhaltsversicherung für das Inventar von Werkstatt, Lager, Ladengeschäft und Büro schließt normalerweise auch alle elektronischen Geräte und Anlagen ein“, so der Experte. Computer, Kassenanlagen, Elektronikwaren, die Werkstattausrüstungen sowie Bearbeitungs- und Produktionsmaschinen seien in einer derartigen Police in der Regel gegen die gleichen Gefahren geschützt wie die übrigen Waren und die Geschäftsausstattung. Hingegen seien Schäden durch einfachen Diebstahl, Unterschlagung, Bedienungsfehler, Sabotage und einiges mehr normalerweise nicht in der Inhaltsversicherung abgedeckt. „Auch Schäden außerhalb der Geschäftsräume, zum Beispiel der Verlust von Ware oder Werkzeug durch einen Einbruchdiebstahl in einen Firmenwagen, sind in dieser Police in der Regel nicht abgesichert.“

Allgefahrendeckung dank Elektronikversicherung

Einen wesentlich umfangreicheren Versicherungsschutz für Computer- und Telefonanlagen, Fotokopierer, Smartphones, elektronische Messgeräte sowie sonstige Maschinen und EDV-Anlagen als die Geschäfts- beziehungsweise Inhaltsversicherung biete die Elektronikversicherung. „Dabei handelt es sich um eine sogenannte Allgefahrendeckung, bei der alles mitversichert ist, was nicht ausdrücklich vom Versicherungsschutz ausgenommen ist“, erläutert Rettberg. So seien über den Umfang der Inhaltsversicherung hinaus unter anderem versichert:
• Überspannungsschäden
• Schmor- und Sengschäden
• Schäden durch Bedienungsfehler
• Vandalismus
• sogar einfacher Diebstahl

„Je nach Vereinbarung gilt die Versicherung nur in den Geschäftsräumen oder auch außerhalb, zum Beispiel im Auto, beim Kunden oder auf Baustellen“, so Rettberg. Um eine Doppelversicherung zu vermeiden, könnten die in der Elektronikversicherung versicherten Geräte aus der Geschäftsinhalts-Versicherung ausgeklammert werden.

Datenträgerversicherung

„Bei Bedarf gibt es über den Leistungsumfang der Elektronikversicherung hinaus weitere Absicherungs-Möglichkeiten. Beispielsweise tritt eine Datenträgerversicherung bei Verlust von Computerdaten ein“, berichtet Rettberg. Diese Versicherung übernehme die Kosten für die erneute Erfassung oder Rekonstruktion von Daten, etwa nach Feuer, Diebstahl, Bedienungsfehlern oder Sabotage. Eine ordnungsgemäß durchgeführte Datensicherung sei jedoch Grundvoraussetzung für den Versicherungsschutz.

Mehrkostenversicherung

„Um die Kosten nach einem EDV-Ausfall aufgrund eines Sachschadens so gering wie möglich zu halten, können zusätzliche Ausgaben für die Auslagerung der EDV-Anlage in ein Rechenzentrum oder ein befreundetes Unternehmen und für Überstunden des eigenen Personals anfallen. Solche Aufwendungen trägt eine Mehrkostenversicherung“, so Rettberg.

Computer-Missbrauchs-Versicherung

Schäden durch Sabotage, zum Beispiel wenn betrügerische oder frustrierte Mitarbeiter manipulierte Zahlungen veranlassen, können Sie über eine Computer-Missbrauchs-Versicherung absichern. „Eine derartige Police springt in der Regel jedoch nur ein, wenn der Täter festgestellt werden kann“, betont Rettberg. Vereinzelt werde auch Versicherungsschutz geboten für Angriffe von außerhalb des Unternehmens, etwa durch Hacker, Trojaner-Programme oder Computerviren.

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