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Creditreform

Unternehmer müssen zahlreiche Gesetze und Verordnungen einhalten. Sogar eine Rechtsverletzung, die sie unwissentlich begehen, kann drastische rechtliche Folgen haben. Welche Versicherungslösungen den Verantwortlichen im Fall des Falles weiterhelfen, erklärt Wirtschaftsberater Hans Rettberg für „Creditreform“.

„Viele Entscheidungen, die ein Gewerbetreibender, Freiberufler oder Geschäftsführer in seinem beruflichen Alltag zu treffen hat, lassen sich nicht immer vorab durch einen Anwalt absichern“, so Rettberg. Außerdem gebe es Situationen, die ein sofortiges Handeln erfordern. „Da kann es leicht passieren, dass man trotz größter Sorgfalt unbewusst gegen bestehende Gesetze oder Verordnungen verstößt.“ Helfen könnten aber Versicherungspolicen, die den Firmeninhaber oder -leiter in einer solchen Situation unterstützen, um Schlimmeres zu verhindern.

Beachten Sie diese Hinweise des Experten:

Zu den Gesetzen und Vorschriften, die Unternehmer und auch Geschäftsführer zu beachten haben, gehören unter anderem:

• Tarifvertragsgesetz
• Gewerbeordnung
• GmbH-Gesetz
• Arbeitsschutzgesetz
• Kündigungsschutzgesetz
• Unfallverhütungs-Vorschriften

Firmenrechtsschutz auch für Beschäftigte

„Schnell können sich Firmeninhaber oder -leiter beispielsweise den Vorwurf einhandeln, fahrlässig gegen Auswahl-, Instruktions- und Anweisungs- oder Kontroll- und Überwachungspflichten verstoßen zu haben“, warnt Rettberg. Mit einer Firmenrechtsschutz-Versicherung können sich die Betroffenen in einem derartigen Fall Ärger und Kosten ersparen. Der Unternehmer beziehungsweise der Geschäftsführer ist mit einer entsprechenden Police in seiner angegebenen gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit abgesichert. Auch die im Unternehmen beschäftigten Personen sind in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit mitversichert.

Vorteile

Verletzen Sie beispielsweise fahrlässig eine Vorschrift des Straf- oder Ordnungswidrigkeiten-Rechts und folgt deshalb ein behördliches oder gerichtliches Verfahren, ist dies in der Regel durch den Firmenrechtsschutz abgedeckt.

Ebenso steht die Police, je nach Vertragsvereinbarung, dem Versicherten bei Streitigkeiten mit den Sozialversicherungsträgern oder mit Mitarbeitern vor dem Arbeitsgericht zur Seite.

Auch die Verteidigung bei Verfahren aufgrund eines Verstoßes gegen das Disziplinar- und Standesrecht – ein Standesrecht gilt zum Beispiel für Ärzte, Apotheker und Steuerberater – ist absicherbar.

Einer der wichtigsten Bestandteile einer Firmenrechtsschutz-Police ist die Übernahme der Rechtsanwalts- und Gerichtskosten für die mögliche Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen. Hat zum Beispiel eine betriebsfremde Person Firmeneigentum beschädigt oder ist der Unternehmer oder sein Mitarbeiter während der beruflichen Tätigkeit durch einen Dritten verletzt worden, können so ohne Kostenrisiko vom Schadenverursacher Schadenersatz und Verdienstausfall eingefordert werden.

Spezielle Rechtsschutzverträge

Laut Hans Rettberg bieten einige Versicherer für spezielle Berufsgruppen besondere Rechtsschutzverträge an, zum Beispiel eine Spezial-Strafrechtsschutz-Police für Manager. Zudem gebe es oft optionale Einschlüsse wie eine Rechtsschutzabsicherung für die Firmenfahrzeuge oder für das Betriebsgebäude. (mil)