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Brainstorming in einem Startup

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Das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt nicht-technische Innovationen kleiner Unternehmen aus Bildung, Digital-, Kultur- und Kreativwirtschaft.

 

Welches Ziel verfolgt das IGP?

Viele staatliche Förderprogramme konzentrieren sich auf technische Neuerungen. Sogenannte nicht-technische Innovationen, etwa Geschäftsmodelle, Plattformlösungen oder Apps, fielen dabei durchs Raster. Diese Lücke soll das 2019 gestartete Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) schließen. „Es trägt erfolgreich dazu bei, neue kreative Ideen zu testen und in den Markt zu bringen“, sagt Elisabeth Winkel­meier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin im BMWi.

 

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

Zielgruppe sind kleine und junge Unternehmen der Digitalwirtschaft, der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie in der Bildungsbranche. Eine erste Evaluation des IGP zeigt: Seit 2019 haben sich 1.780 Unternehmen beworben, 77 Prozent der Antragsteller beschäftigten weniger als zehn Mitarbeiter. Sie stammen oft aus modernen Dienstleistungsbranchen und adressieren zu gut 90 Prozent Projekte mit einem hohen Digitalisierungsbezug. Gefördert wurden bisher 280 Projekte.

 

Wie hoch ist die Förderung?

In der Corona-Krise hat das BMWi das Budget des Programms von 25 Millionen Euro auf rund 35 Millionen Euro aufgestockt. Die individuelle Fördersumme variiert je nach Unternehmensgröße und Projektart. Für Machbarkeitstests sind maximal 70.000 Euro der förderfähigen Kosten zuwendungsfähig, für die Ausreifung und Marktpilotierung sind es bis zu 300.000 Euro und für Innovationsnetzwerke ebenfalls 300.000 Euro. Förderfähig sind unter anderem Personalkosten sowie Kosten für Aufträge an Dritte.

 

Wie läuft das Antragsverfahren?

In bisher drei Ausschreibungsrunden  wurden thematische Schwerpunkte gesetzt. Der erste Förderaufruf zielte auf digitale und datengetriebene Innovationen, etwa Apps für neue Anwendungsbereiche oder neue internetbasierte Formen der Kundenansprache. Im zweiten Förderaufruf standen kultur- und kreativwirtschaftliche Innovationen im Fokus, im dritten solche im Bereich Bildung und Gemeinwohl. Eine jeweils extra zusammengestellte Jury beurteilt die Projektideen auf ihre Förderwürdigkeit.

 

Wann beginnt die nächste Ausschreibungsrunde?

Zum Start wurde das IGP auf drei Förderaufrufe begrenzt. Ein aktueller Zwischenbericht der Evaluation empfiehlt jedoch, es zu verstetigen. „Die hohe Nachfrage zeigt, dass es gelungen ist, die Zielgruppe anzusprechen und zu mobilisieren“, sagt Winkelmeier-Becker. Ob das Programm als dauerhafte Einrichtung, ergänzend etwa zum Zentralen Innovationsprogramm Mittel­stand (ZIM), das eher auf technische Innovationen zielt, etabliert wird, soll Anfang 2022 entschieden werden.