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Zum ersten Mal nach 2009 erreichen die USA nicht den ersten Platz für das beste Nationen-Image. Die neue Nummer eins im Anholt-GfK Nation Brands Index (NBI) ist: Deutschland.

Weltweit hat Deutschland laut der jährlichen NBISM-Studie das beste Image von 49 entwickelten Ländern sowie Schwellenländern. Die Studie misst die Wahrnehmung jedes Landes weltweit basierend auf 23 verschiedenen Merkmalen. Diese werden zu sechs Kategorien zusammengefasst, nach denen das nationale Image beurteilt wird: Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus sowie Immigration/Investitionen. Für die diesjährige Studie wurden insgesamt 20.125 Interviews in 20 Ländern durchgeführt.

RankingDeutschland gewinnt am meisten Punkte hinzu. Dies resultiert zum Teil aus der Punktzahl in der Rubrik „sportliche Spitzenleistung“. Kein anderes der bewerteten Länder kann seine Punktzahl in einem der möglichen Teilbereiche so deutlich steigern.

Weltmeister der Herzen

Simon Anholt, ein unabhängiger Polit-Berater, erklärt: „Deutschland hat offensichtlich nicht nur von seiner herausragenden Leistung bei der FIFA Weltmeisterschaft profitiert, sondern auch von seiner Führungsrolle in Europa, seiner starken Wirtschaft sowie seiner international kontinuierlich wahrgenommenen politischen Verantwortung. Deutschlands Punktzahl ist vor allem in den Bereichen „ehrliche und kompetente Regierung“ gestiegen. Bei „Investitionsklima“ und „soziale Gleichheit“ stehen die höchsten Punktzahlen zu Buche, die in der diesjährigen NBI-Studie unter allen Kategorien gemessen wurden.“

Im Gegensatz dazu erzielen die USA den geringsten Anstieg aller entwickelten Staaten beim NBI. Während sie in Bereichen wie beispielsweise Kreativität, zeitgenössische Kultur und Bildungsinstitutionen nach wie vor als Nummer eins gesehen werden, liegen sie bei dem Thema „Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit“ nur auf Platz 19 von insgesamt 50 Nationen.

USA als Friedenswächter unglaubwürdig?

Xiaoyan Zhao, Senior Vice President und Director of NBI bei GfK, kommentiert: „In einem Jahr mit vielen internationalen Konfrontationen haben die Vereinigten Staaten vor allem in den Regionen deutlich an Boden verloren, in denen die Spannungen besonders stark waren. Sowohl Russland als auch Ägypten haben die USA so deutlich wie noch nie herabgestuft – vor allem in Bezug auf das amerikanische Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit, sowie ihre Bewertung für die Kompetenz der US-Regierung. Auf globaler Ebene muss aber Russland die stärkste Kritik einstecken.“

In den vergangenen Jahren verbesserte sich Russlands Image. In der diesjährigen NBI-Studie jedoch hat es die meisten Plätze aller 50 bewerteten Nationen verloren. Am stärksten ist der Wert in der Kategorie „Regierung“ gesunken und hier vor allem bei dem Merkmal für seine wahrgenommene Rolle für internationalen Frieden und Sicherheit. So deutlich hat kein anderes der 50 betrachteten Länder in einer Kategorie an Image eingebüßt. Insgesamt ist Russland in der diesjährigen Studie um drei Plätze auf Rang 25 gefallen. Argentinien, China und Singapur haben es überholt.

Xiaoyan Zhao fügt hinzu: „Internationale Diplomatie spiegelt sich nicht nur in der öffentlichen Meinung wider. Politiker müssen sich bewusst sein, dass die Art und Weise, in der ihr Land weltweit wahrgenommen wird, einen deutlichen Einfluss auf seine Wirtschaft, seinen Handel und den Tourismus hat, ebenso wie auf seine diplomatischen und kulturellen Beziehungen zu anderen Nationen. Wie unser Partner Simon Anholt oft sagt, ist die letzte verbliebene Supermacht die weltweite öffentliche Meinung.“

Zur Umfrage

Der Anholt-GfK Nation Brands Index, der jährlich erhoben wird, misst das Image von 50 Ländern unter Berücksichtigung der Kategorien Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus und Immigration/Investition. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 20.125 Online-Interviews in 20 sowohl entwickelten als auch nicht-entwickelten Ländern durchgeführt. Befragt wurden pro Land mindestens 1.000 Erwachsene ab 18 Jahren. Aktuelle Parameter der online aktiven Bevölkerung wurden genutzt, um die Stichproben in jedem Land zu gewichten und auf diese Weise demografische Charakteristika wie Alter, Geschlecht und Bildung der online aktiven Bevölkerung widerzuspiegeln. Zusätzlich wurde in den USA, Großbritannien, Südafrika, Indien und Brasilien die Rasse / Ethnie zur Gewichtung genutzt. Die Studie spiegelt die Ansichten und Meinungen der Online-Bevölkerung in den 20 befragten Ländern wider. Die Feldarbeit wurde vom 10. Juli 2014 bis zum 28. Juli 2014 durchgeführt. In Ägypten lief die Feldarbeit bis zum 31. Juli 2014.