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Welche Städte und Regionen Deutschlands stehen sozio-ökonomisch auf Top-Niveau? Welche entwickeln sich wirtschaftlich am besten? Die Antworten gibt das aktuelle Regionalranking 2016 im Auftrag des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Ergebnis: Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität boomen in den südlichen Bundesländern, großer Verlierer ist das Ruhrgebiet.

Die Gewinner des Regionalrankings 2016

Im Süden nichts Neues: Wirtschaftlich legen die Städte und Landkreise in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Messlatte und glänzen mit innovativen Unternehmen. Vollbeschäftigung ist hier keine Utopie mehr, deshalb liegen auch 89 der 100 stärksten Regionen in diesen drei Bundesländern. Vergleichbar stark ist sonst nur noch die Region Frankfurt am Main, Teile Niedersachsens können immerhin weiter konkurrieren.

Die 10 besten Regionen im Regionalranking 2016 (Niveauranking)

  1. Landkreis München
  2. Landkreis Starnberg
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. München
  5. Landkreis Dingolfing-Landau
  6. Hochtaunuskreis
  7. Landkreis Ebersberg
  8. Ingolstadt
  9. Frankfurt am Main
  10. Wolfsburg

 

Die Verlierer des Regionalrankings 2016

Im Kontrast dazu stürzt das sozio-ökonomisch schwächelnde Ruhrgebiet weiter ab — was die dortige Schlusslicht-Debatte weiter nähren dürfte. Die Studie sieht fünf der zehn schlechtesten Kreise und Städte im Westen der Republik (mit Duisburg am Ende der Liste), was das Ausmaß der erheblichen wirtschaftlichen Probleme in dieser Region belegt. Aber auch der Norden hat seine Problemzonen: Mit Wilhelmshaven, Neumünster, Flensburg und Bremerhaven liegen gleich vier der dortigen Städte im Regionalranking 2016 ganz hinten.

Die 10 schlechtesten Regionen im Regionalranking 2016 (Niveauranking)

  1. Dessau-Roßlau
  2. Hamm
  3. Bremerhaven
  4. Oberhausen
  5. Flensburg
  6. Herne
  7. Neumünster
  8. Wilhelmshaven
  9. Gelsenkirchen
  10. Duisburg

 

Große Entwicklungsdynamik an Automobilstandorten

Seit der fatalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 haben sich Städte und Regionen in Deutschland unterschiedlich entwickelt, eine Folge von massiven Unterschieden in der Innovationsaktivität, der Internationalisierung und der Vernetzungsqualität. Die beste Dynamik und ein entsprechend hohes Leistungsniveau weisen laut Studie die Automobilstandorte Wolfsburg, Dingolfing-Landau und Ingolstadt auf. Wobei Spitzenreiter Wolfsburg angesichts der kritischen Auswirkungen des VW-Abgasskandals gewisse Schwierigkeiten mit der Titelverteidigung haben könnte.

Das Regionalranking 2016 und die Flüchtlingskrise

Überdurchschnittlich positiver entwickeln sich vor allem Regionen mit einer innovativen Wirtschaft, stoßen aber gleichzeitig auf einen Mangel an Fachkräften – selbst in Berufen, die zunächst nur geringe Deutschkenntnisse erfordern (zum Beispiel bei LKW-Fahrern, Bäckern oder Köchen). Hier kann die Regionalrankings-Studie 2016 wichtige regionalspezifische Informationen liefern, die auch substantiell bei der Integration von Flüchtlingen helfen können.

Regionalranking 2016: die 5 Regionen mit der besten Wirtschaftsentwicklung (Dynamikranking)

  1. Wolfsburg
  2. Landkreis Dingolfing-Landau
  3. Ingolstadt
  4. Bayreuth
  5. Amberg

 

Regionalranking 2016: die 5 Regionen mit der schlechtesten Wirtschaftsentwicklung (Dynamikranking)

  1. Landkreis Görlitz
  2. Hamm
  3. Zweibrücken
  4. Oberhausen
  5. Neumünster

 

Karte zum Regionalranking 2016: die sozio-ökonomische Lage in allen 402 Städten und Kreisen Deutschlands

Die blau markierten Punkte weisen die zehn höchstplatzierten Regionen aus, die rot markierten die zehn schwächsten. Bitte die verschiedenen Regionen anklicken, um die einzelnen Ergebnisse in den Kategorien Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität zu erfahren.

 

Weitere Informationen zum Regionalranking 2016

Eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse zum Regionalranking 2016

Weitere ausführliche Informationen zum Regionalranking 2016 mit Bestellmöglichkeiten für Detailstudien ausgewählter Regionen

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