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Creditreform

Die Alternative ist der sogenannte Kilometervertrag. Die Leasingraten berechnen sich hier – abgesehen vom Anschaffungspreis des Fahrzeugs sowie gegebenenfalls der Bonität des Unternehmers und der Laufzeit des Vertrags – eben nach den im Jahr gefahrenen Kilometern. Diese Variante ist vor allem interessant, wenn das Auto nur drei, vier Jahre gefahren werden soll und dann durch ein neues Modell ersetzt wird. Die Gesellschaft übernimmt den Wagen – der Unternehmer braucht sich weiter um nichts zu kümmern.

Bei Leasing auch an die Verwertung denken

Doch Achtung: Bei dieser Vertragsvariante schauen die Finanzierungspartner ganz genau auf den Tachostand und den Zustand des Autos. Schäden am Lack oder Beulen, die über die normalen Gebrauchsspuren hinausgehen, muss der Leasingnehmer zahlen. Es kommt also darauf an, wie die Leasinggeber diese bewerten – und da reagieren die Anbieter unterschiedlich. Experte Romberg gibt deshalb den Tipp: „Bei der Auswahl der Leasinggesellschaft sollten Unternehmer auch berücksichtigen, wie kulant sich der Vertragspartner zeigt.“ Sein Rat: Im Vorfeld klären, welche Mängel für den Leasinggeber noch akzeptabel erscheinen und welche nicht.

Auto BMW 5er Touring

Geräumig für den Außendienstler: Für den BMW 5er Touring verlangen die Finanzierungspartner zwischen 330 und 400 Euro monatliche Leasingrate. © BMW AG

Um den Diskussionsbedarf zu reduzieren, checken Unternehmer jedes Auto vor der Rückgabe selbst auf Mängel. „Auch bei Kleinschäden empfiehlt sich häufig eine professionelle Aufbereitung des Fahrzeugs“, meint Michalak. Selbstverständlich sind Unfälle in jedem Fall unverzüglich dem Finanzierungspartner zu melden und die Schäden zu beheben. „Einige Versicherungen zahlen nach Fahrzeugrückgabe nicht mehr“, warnt der ALD-Experte vor zu langsamer Reaktion.

Vorsicht ist auch bei Änderungen im Nutzungsverhalten geboten. Kilometerverträge enthalten Jahrespauschalen für die Fahrleistung. Es gilt das Motto: Wer mehr fährt, zahlt nach. Je nach Listenpreis können das mehr als 20 Cent pro Kilometer sein. Abweichungen bis 2.000 oder auch mitunter 5.000 Kilometer – das unterscheidet sich je nach Gesellschaft – tolerieren die Anbieter. Und wird der Firmenwagen weniger als vorgesehen gefahren, gibt es sogar eine Erstattung. Allerdings nicht unbedingt in voller Höhe, sondern ebenfalls nur bis zu einer gewissen vertraglich festgelegten Grenze, zum Beispiel von 10.000 Kilometern. Deshalb ist es sinnvoll, bei starken Abweichungen in der vorgesehenen Nutzung des Wagens den Leasinggeber zu kontaktieren und über eine Vertragsanpassung zu sprechen.

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Finanzierungspartnern bestehen auch in puncto Service. „Unternehmer sollten unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau lesen und im Zweifel nachfragen, welche Leistungen beispielsweise beim Full-Service eingeschlossen sind“, empfiehlt Andreas Kunkat, Vertriebsleiter der Gesellschaft ALD Automotive. Mitunter werden Wartung oder Reparaturen kostenpflichtig, sobald der Wagen mehr als eine bestimmte Anzahl an Kilometern gefahren wird. „Deshalb raten wir Unternehmern, immer die Gesamtkosten für die Dauer der Nutzung zu beleuchten – und zwar bevor sie einen Vertrag abschließen“, so Kunkat.

 

Zusammenfassung: Was Unternehmer beim Leasing beachten sollten

Nutzung festlegen. Die Vertragsbedingungen richten sich wesentlich nach dem Einsatz des Fahrzeugs, der Abschreibung sowie nach den individuellen Firmenwagenregelungen im Unternehmen. Die Laufzeit sollte maximal der Dauer der vorgesehenen Nutzung entsprechen.

Marktvergleich durchführen. Bei einer Flotte von 50 oder mehr Fahrzeugen sollte die Anschaffung professionell ausgeschrieben werden. Makler und Leasingberater unterstützen den Firmenchef dabei.

Gesamtkosten kalkulieren. Es geht nicht nur um die jeweiligen Leasingraten, sondern um die effektiven Gesamtkosten für die Firma. Deshalb nicht vergessen: Serviceleistungen sowie zum Beispiel die Betriebskosten in den Vergleich einbeziehen.

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