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Creditreform

Auch im Jahr sieben nach der Bankenkrise ist das Verhältnis zwischen Gewerbekunden und Banken beziehungsweise Sparkassen noch nicht wieder das beste – mahnt zumindest der jüngste „Trendmonitor Gewerbekunden für Banken und Sparkassen“ von MSR Consulting.

Fast 60 Prozent der Gewerbetreibenden würden sich demnach „nicht unbedingt wieder“ für ihre derzeitige Bank oder Sparkasse entscheiden. 40 Prozent sind sich nicht mal sicher, ob sie die nächsten zwei Jahre beim bisherigen Institut bleiben. „Die Überzeugung, dass es eine bessere Bank gibt, ist unter Finanzentscheidern weit verbreitet“, stellen die Berater fest und haben drei Hauptfaktoren identifiziert:

1) Austauschbarkeit. Hierfür sprechen laut Studie nicht nur die Wechselwilligkeit der Kunden, sondern auch deren Markenempfinden: Finanzinstitute schaffen es kaum, sich voneinander zu unterscheiden oder sich klar zu positionieren.

2) Falscher Kundenfokus. Laut MSR behandeln Banken und Sparkassen nicht nur diejenigen Kunden „nachlässig“, die sich im Abschwung befinden – sondern auch prosperierende Unternehmen. Bei knapp der Hälfte der florierenden Firmen war der Bankberater laut Umfrage noch nie vor Ort. Viele Kunden wünschen sich mehr Aufmerksamkeit in dynamischen Zeiten.

3) Kein substanzieller Beitrag zum Erfolg. Nur knapp jedem zehnten Geschäftskundenbetreuer werden „tiefe Branchenkenntnisse“ bescheinigt. Ein Viertel der Finanzentscheider erfährt „überhaupt keinen Wissensvorteil“ durch den für sie zuständigen Betreuer.