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Creditreform

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Die Corona-Pandemie hat die Existenzen vieler Unternehmen in Gefahr gebracht – dennoch bleibt die Zahl der Insolvenzen niedrig. Doch die Trendwende zeichnet sich ab, im Handel und bei Dienstleistungsunternehmen steigen die Zahlen bereits an.

 

Gut sieben Wochen ist es bereits her, dass der Insolvenzschutz für Unternehmen in der Corona-Krise endgültig ausgelaufen ist. Seitdem ist die Insolvenzantragspflicht wieder bedingungslos und ohne Ausnahmen gültig.

Bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen macht sich das allerdings noch nicht bemerkbar. Das Insolvenzgeschehen bei den Unternehmen blieb laut der aktuellen Analyse von Creditreform weiter rückläufig.

Von Januar bis Juni 2021 waren 8.800 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen – ein Rückgang um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2020: 8.950).

Im ersten Halbjahr 2021 wurden die Insolvenzen in Deutschland von Sonderfaktoren beeinflusst, erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung: „Bei der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen wirken weiterhin die staatlichen Corona-Hilfsmaßnahmen nach – insbesondere die Aufhebung der Insolvenzantragspflicht, die bis Ende April galt.“

 

Handel durch Lockdown geschwächt

Doch die ersten Anzeichen für zunehmende Insolvenzen mehren sich. Die Wirtschaftsbereiche, die stärker vom Lockdown betroffen waren, Handel und Dienstleistungen, zeigten in den ersten sechs Monaten des Jahres bereits ein steigendes Insolvenzaufkommen.

Der Handel verzeichnete 1.920 Insolvenzen – ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach der Vielzahl an großen Insolvenzen im Handel im Vorjahr (z. B. GALERIA Karstadt Kaufhof) traf es nun vermehrt kleine und mittlere Firmen.

Im Dienstleistungsgewerbe gab es 5.120 Insolvenzen. Auch das war ein leichter Anstieg (plus 0,2 Prozent).

Im Verarbeitenden Gewerbe war hingegen ein Rückgang festzustellen (minus 23,6 Prozent; 550 Fälle). Auch im Bausektor verringerte sich das Insolvenzgeschehen nochmals. Mit 1.210 Insolvenzen verzeichnete das Baugewerbe 4,7 Prozent weniger Insolvenzen im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

 

Weniger Großinsolvenzen – Schäden rückläufig

Von der Insolvenz des Arbeitgebers betroffen waren im 1. Halbjahr 2021 insgesamt rund 90.000 Beschäftigte (1. Halbjahr 2020: 125.000). Grund hierfür war, dass in den ersten Monaten des laufenden Jahres weniger Großinsolvenzen zu verzeichnen waren.

Die Schäden für die Gläubiger von insolventen Unternehmen beliefen sich auf geschätzt 12,0 Mrd. Euro. Auch hier gab es einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum (15,6 Mrd. Euro).

Vorrangig waren im 1. Halbjahr 2021 Insolvenzen von Kleinstunternehmen zu verzeichnen. In der Größenklasse bis maximal 250.000 Euro Jahresumsatz stiegen die Fallzahlen gegen den Trend zweistellig.

Insgesamt entfiel mehr als die Hälfte aller Firmeninsolenzen des 1. Halbjahres (54,1 Prozent) auf diese Umsatzgrößenklasse, die sich hauptsächlich aus Einzelunternehmenund Freiberuflern zusammensetzt.