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Creditreform

© Guido Mieth, Westend61/Getty Images

Das Bundesfinanzministerium plant eine Förderung von Forschung und Entwicklung: Das Forschungszulagengesetz soll Betriebe, die forschen, ab Januar 2020 mit bis zu 500.000 Euro pro Jahr entlasten. Was Unternehmer jetzt schon vorbereiten können.

Was genau sieht das Gesetz vor?

Das geplante FZulG soll forschende Unternehmen steuerlich fördern – und zwar jeglicher Größen und Branchen. „Auch kleinere Betriebe können damit ihre Forschung ausbauen“, sagt Alexander Bohn, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der Kanzlei Ebner Stolz. Interessant sei die Forschungszulage auch, weil sie unabhängig von der Gewinnsituation gewährt wird.

Welche Art der Förderung wird es geben?

Der Staat wird Unternehmen auf Antrag 25 Prozent des Personalaufwands für Forschung und Entwicklung erstatten, maximal 500.000 Euro pro Jahr. „Die Höhe der Zulage wird anhand des Aufwands der mit einer forschenden Tätigkeit beschäftigten Arbeitnehmer berechnet“, erklärt Steuerexperte Bohn. Anschließend wird die Summe der Aufwendungen für deren Forschungstätigkeit mit dem Faktor 1,2 multipliziert.

Gibt es Einschränkungen bei geförderten Forschungsvorhaben?

Das Gesetz unterscheidet drei Kategorien: Grundlagenforschung, angewandte Forschung sowie die experimentelle Entwicklung von Produkten oder Verfahren. „Damit deckt es sehr viel ab“, sagt Bohn, sieht aber auch noch eine Schwäche: „Stand jetzt werden nur eigene Forschungsvorhaben gefördert. Unternehmen, die Partner mit FuE-Projekten beauftragen, kommen noch nicht selbst in den Genuss.“

Wie können Unternehmen sich vorbereiten?

Allem voran sollten sie ermitteln, ob ihre Forschung förderfähig ist – und ob es sinnvoll ist, mit dem Start eines Projekts bis 2020 zu warten. Denn es werden nur Arbeiten begünstigt, die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes begonnen wurden. Zudem müssten sie Arbeitslöhne und -zeiten der Mitarbeiter so aufschlüsseln, dass deutlich werde, wie groß die forschenden Anteile sind, erklärt Bohn. „Vielfach werden sie die Arbeitszeiterfassung anpassen müssen.“

Und ab wann kann die Zulage beantragt werden?

Sie greift für alle Lohnaufwendungen ab 2020, kann also frühestens nach Ablauf des Wirtschaftsjahres 2020 beantragt werden. Es gibt aber einen Puffer. „Prinzipiell können Unternehmen die Zulage bis zu vier Jahre nach Ablauf des Wirtschaftsjahres beantragen“, sagt Bohn. In jedem Fall empfiehlt der Experte, so früh wie möglich einen erfahrenen

Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer mit ins Boot zu holen.