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Creditreform

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In der Corona-Krise ist auch die betriebliche Altersversorgung unter Druck geraten. Was Unternehmen und Chefs beachten sollten.

 

Dürfen Unternehmen die bAV-Zuschüsse kürzen?

Wenn Aufträge wegbrechen, tun Firmen gut daran, die Liquidität zu sichern. Dabei nimmt mancher Firmenchef die betriebliche Altersversorgung (bAV) ins Visier.

Doch Vorsicht, warnt der bAV-Experte und Finanzplaner Jochen Zierl: „Eine angespannte finanzielle Situation des Unternehmens ist allein kein Grund für Eingriffe in die betriebliche Altersversorgung. Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten vor der Krise Zuschüsse gewährt haben, müssen das auch weiter tun.“

 

Wie wirkt sich Kurzarbeit auf die bAV aus?

„Gehen Mitarbeiter in Kurzarbeit, insbesondere Kurzarbeit null, so wirkt sich das bei rein arbeitgeberfinanzierten bAV-Systemen nur dann aus, wenn das Gehalt der Mitarbeiter für die Berechnungen der bAV relevant ist“, sagt Tobias Neufeld, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Arqis Rechtsanwälte in Düsseldorf.

Beispiele sind etwa gehaltsbezogene Versorgungsordnungen, in denen die Rente vom „pensionsfähigen Gehalt“ abhängt oder der Mitarbeiter jährlich einen Teil seines „Versorgungsgehalts“ als Rentenbaustein verdient.

 

Und was passiert mit Entgeltumwandlungen zur bAV?

Das Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzzahlung definiert. Damit fällt es nicht unter die Regelungen zur Entgeltumwandlung. Ist nur teilweise Kurzarbeit angeordnet, verbleibt aber ein Entgeltanspruch, den der Mitarbeiter umwandeln kann.

„Kann oder will er das in der Krise nicht leisten, ist die aktuelle Entgeltumwandlungsvereinbarung mit dem Arbeitgeber anzupassen“, rät Neufeld. Verträge mit Dritten wie einer Direktversicherung können beitragsfrei gestellt werden.

 

Wie wirken sich bAV-Kürzungen auf die Arbeitgebermarke aus?

Arbeitsrechtler Neufeld rät Unternehmen, an der Stellschraube bAV möglichst gar nicht oder allenfalls erst zum Schluss zu drehen: „Es bleibt weiterhin ein Arbeitnehmermarkt, der durch die Krise maximal zeitweise eingefroren ist.

Wenn sich das Unternehmen diesen Liquiditätsabfluss leisten kann, dann sollten Zuschüsse geleistet werden. Gerade für die lückenlose Fortführung der Entgeltumwandlung ist dies wichtig.“

 

Was sollten Unternehmer für ihre eigene Vorsorge bedenken?

„Wer sich als Chef mit kurzarbeitenden Mitarbeitern solidarisch zeigen möchte, reduziert sein Gehalt – lässt aber die Finger von seiner Vorsorge“, sagt Zierl. Auch den Worst Case, die Insolvenz der eigenen Firma, müssen insbesondere Gesellschafter-Geschäftsführer einkalkulieren.

Ihnen rät Zierl, die angesparten Altersversorgungsbezüge durch Verpfändungserklärungen zu sichern. Dafür braucht es einen Beschluss der Gesellschafter „Das ist ebenso legal wie legitim.“