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Creditreform

Während sich in Berlin die Koalition formt, die es mit den nächsten Wellen der Staatsschuldenkrise aufnehmen muss, wappnen sich Deutschlands Unternehmer mit Hochdruck für die Herausforderungen im nächsten Jahr: SEPA und Gesetzesänderungen wie das neue Reisekostenrecht betreffen die Betriebe direkt, andere Neuerungen wie Basel III eigentlich nur ihre Hausbank – indirekt aber wohl auch die Kreditkunden. Mit Praxistipps zur richtigen Finanzkommunikation, zu den Bankgesprächen 2014 und zu alternativen Finanzierungsinstrumenten möchte unser Special ab Seite 20 daher fit machen für die nächsten Finanzierungsrunden.

Denn wer seine Bonität im Auge behält, aktiv auf die Banken zugeht und die Deutungshoheit über seine Finanzdaten nicht aus der Hand gibt, unterstützt damit nicht nur seine Kreditwürdigkeit, sondern verkürzt womöglich auch künftige Kreditentscheidungen und stärkt insgesamt die Vertrauensbasis zwischen Bank und Betrieb. „Wenn sowieso Informationen veröffentlicht werden müssen, sollte doch am besten der Unternehmer selbst der Informant sein“, findet auch Dr. Uwe Streck, dessen Kölner PFK Group uns ab Seite 21 als Praxisbeispiel für Finanzkommunikation dient – und dem seine Bank für „vorbildlichen und professionellen Service“ dankt. Schließlich kennt der Unternehmer seinen aktuellen Datenbestand selbst am besten – und sollte ihn auch entsprechend zum Wohle der Firma kommunizieren. Vor allem, wenn er wie Streck stolz auf seine Daten sein kann.

Und das ist bei immer mehr KMU der Fall: Nach einer Abschwächung im Vorjahr hat sich das Geschäftsklima im Mittelstand wieder erholt – deutlich mehr Unternehmer sprechen diesen Herbst wieder von guter bis sehr guter Geschäftslage.

Gleiches gilt laut Creditreform Wirtschaftsforschung auch für Geschäftserwartungen, Auftragseingänge, Umsatzentwicklung und die künftige Ertragslage. Entsprechend zeigen sich Eigenkapitalausstattung und Liquiditätsmanagement der Betriebe auf historisch gutem Niveau. Selbst bei den Forderungslaufzeiten konnten sie sich verbessern: Mehr als ein Fünftel – und leicht mehr als im Vorjahr – schafft es inzwischen, keine Forderungsverluste mehr einzufahren. Laut einer Studie der Fachhochschule des Mittelstands sitzen weite Teile des Mittelstands derzeit sogar auf durchschnittlich jeweils 3,1 Millionen Euro Liquidität (Seite 60). So viel Kraft sollte sich doch für die Finanzierung 2014 nutzen lassen? Drum: Betonen Sie Ihre Stärken, kämpfen Sie für gute Konditionen!

Ingo Schenk

Chefredakteur