Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform
Kennzahlen auf einem Tablet

© Getty Images

Der Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen StaRUG soll vorinsolvenzliche Sanierungen erleichtern. Das gelingt allerdings nur, wenn die drohende Krise rechtzeitig erkannt wird. Wie Frühwarnsysteme Handlungsoptionen schaffen.

 

Warum brauchen Unternehmen ein Frühwarnsystem?

Seit Anfang 2021 haben Unternehmen mit dem Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (StaRUG) erweiterte Möglichkeiten, sich noch vor einer Insolvenz zu restrukturieren. Wichtig dabei: Die Unternehmenskrise muss rechtzeitig erkannt werden. Dafür schreibt der StaRUG ein Frühwarnsystem vor, mit dem Geschäftsführer „fortlaufend über Entwicklungen wachen, welche den Fortbestand des Unternehmens gefährden können“.

 

Wie kann das Frühwarnsystem aussehen?

Grundsätzlich reiche eine Excel-Liste. „Wer, egal wie, ein Kennzahlen- und Warnsystem pflegt und eine regelmäßige Planung macht, ist auf einem guten Weg“, sagt Maximilian Derwald, Head of Marketing bei der Canei Digital AG. Deren Lösung, Canei.digital, die eigens von Restrukturierungsexperten entwickelt wurde, geht noch sehr viel weiter. Sie berechnet auf Basis der Unternehmensdaten Kennzahlen, unterstützt beim Finanzplan und ermöglicht Branchenvergleiche.

 

Welche Alarmsignale kann ein Frühwarnsystem senden?

Betroffene erkennen eine Krise oft erst, wenn die Liquidität akut bedroht ist. „Wer genau auf Finanzkennzahlen schaut, kann aber schon viel früher Probleme erkennen“, sagt Derwald. Eine Analyse der Abschreibungen etwa könne offenbaren, dass deutlich weniger investiert wird als in vergleichbaren Unternehmen und Branchen. „Auch wenn die Erträge noch gut sind, kann das ein Anhaltspunkt für eine strategische Krise sein, weil nicht mehr in die Zukunft investiert wird.“

 

Wie lassen sich daraus Gegenmaßnahmen ableiten?

„Eine strategische Finanzplanung hilft dabei, dass Unternehmer sich regelmäßig hinterfragen“, sagt Derwald. Die Software Canei.digital, die im Rahmen einer Partnerschaft auch von Creditreform vielfach genutzt wird, gibt darüber hinaus Handlungsempfehlungen, wenn sie Auffälligkeiten erkennt. Angefangen bei Maßnahmen wie einer Bereinigung des Produktportfolios bis hin zur Verbesserung der Liquidität durch Factoring oder Inkasso.

 

Und wenn es schließlich doch zur Restrukturierung kommt?

Wer seine Kennzahlen bereits systematisch in einem Tool pflegt, spart das, was in einer Krisensituation am wertvollsten ist. Zeit. „Der Sanierungsberater kann direkt anfangen und muss nicht erst ein oder zwei Wochen lang alle Zahlen zusammentragen“, sagt Derwald. Dieser Zeitvorteil könne, verbunden mit bestenfalls im Frühwarnsystem hinterlegten Planungsszenarien, bei der Sanierung sehr wichtig sein – und so dabei helfen, aus der Krise eine Chance zu machen.