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Creditreform

Zur Sicherung einer der wichtigsten Steuerquellen sind die Finanzbehörden neuerdings zu unangekündigten Lohnsteuer-Nachschauen nach § 42g EStG befugt. Diese sollen zwar grundsätzlich während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten stattfinden. Laut der Verwaltungsanweisung (Az.: IV C 5 – S 2386/09/10002 :001) kann eine Nachschau aber jederzeit durchgeführt werden, wenn Arbeitnehmer anzutreffen sind.

Von ihren neuen Prüfungsbefugnissen versprechen sich die Finanzbehörden nicht zuletzt Erkenntnisse über die Zahl der beschäftigten Personen und deren Arbeitnehmereigenschaft sowie den Abruf und die zutreffende Anwendung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (Elstam). Intensiver überwacht werden soll zudem die steuerliche Behandlung von Minijobs außerhalb von Privathaushalten. Auf Verlangen sind betroffene Personen zur Vorlage von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Aufzeichnungen, Büchern, Geschäftspapieren und anderen Urkunden und zur Erteilung von Auskünften verpflichtet.

Anders als bei der Umsatzsteuer-Nachschau nach § 27b UStG wurde den Kontrolleuren kein Datenzugriffsrecht in die betrieblichen Datenverarbeitungssysteme eingeräumt. Die Verweigerung einer Einsichtnahme in lohnsteuerlich relevante Datenbestände kann sich für das Unternehmen allerdings als Bumerang erweisen: Sofern die Ermittlung von Sachverhalten aufgrund des fehlenden Datenzugriffs nicht oder nur erschwert möglich ist, kann von einer Lohnsteuer-Nachschau nahtlos zur Lohnsteuer-Außenprüfung übergegangen werden. Einer vorherigen Prüfungsanordnung bedarf es dazu nicht – der schriftliche Hinweis reicht aus.