Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Beauftragt ein Unternehmen für die Wohnungssuche oder den Umzug seiner Mitarbeiter Makler oder Umzugsunternehmen, darf es nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 6. Juni 2019 die ihm in Rechnung gestellten Vorsteuerbeträge in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung abziehen.

Zwar urteilten die Finanzrichter lediglich über den Umzug bislang im Ausland tätiger Mitarbeiter an den deutschen Standort der Klägerin. Auf Inlandsumzüge dürfte die Rechtsprechung – sofern kein Nichtanwendungserlass der Finanzbehörden ergeht – jedoch ebenfalls Anwendung finden.

Wie häufig in gleichgelagerten Fällen hatte das Finanzamt den Vorsteuerabzug mit der Begründung abgelehnt, dass die Kostenübernahme arbeitsvertraglich vereinbart gewesen sei und es sich deshalb um einen tauschähnlichen Umsatz gehandelt habe.

Dieser Rechtsauffassung wollten die höchsten Finanzrichter jedoch nicht folgen: Durch die Vorteilsgewährung an umzugswillige Mitarbeiter würde überhaupt erst die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Arbeitsleistungen erbracht werden konnten. Zudem habe die Höhe der übernommenen Umzugskosten die Höhe des Gehalts nicht beeinflusst.

 

© privat

Unser Steuer-Experte: Bernhard Lindgens ist in der Umsatzsteuer­betrugsbekämpfung im Bundeszentralamt für Steuern in Bonn tätig. Zuvor war er im Bundesministerium der Finanzen für verschiedene Projekte in der Steuerfahndung und Betrugsbekämpfung sowie für den Datenzugriff der Finanzbehörden zuständig.