Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Über die lohnsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen hatte der Bundesfinanzhof (BFH) zuletzt gleich mehrfach zugunsten klagender Unternehmen entschieden. So sollten Aufwendungen des Arbeitgebers für die Ausgestaltung und den äußeren Rahmen – wie beispielsweise Raum- oder Stadionmiete und Kosten für den Eventveranstalter eines Firmenjubiläums – bei der Berechnung der Lohnsteuerfreigrenze von 110 Euro pro Teilnehmer außen vor bleiben (Az.: VI R 94/10). Dem hat der Gesetzgeber jetzt einen Riegel vorgeschoben.

Das ab Januar 2015 geltende Zollkodexanpassungsgesetz gibt vor, dass bei der Berechnung alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich der (als Vorsteuer abzugsfähigen) Umsatzsteuer einzubeziehen sind. Und zwar unabhängig davon, ob diese einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder es sich um rechnerische Anteile an dem Arbeitgeber von Dritten in Rechnung gestellten Kosten handelt.

Darüber hinaus werden Arbeitnehmern auch die anteilig auf seine Begleitpersonen wie Ehe-/ Lebenspartner oder Kinder entfallenden Aufwendungen zugerechnet.

Die noch im Gesetzesentwurf geplante Anhebung der Freigrenze von 110 Euro auf 150 Euro wurde dagegen nicht umgesetzt und stattdessen die bisherige Freigrenze in einen Freibetrag von 110 Euro für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen jährlich umgewandelt. Voraussetzung bleibt dabei in jedem Fall auch künftig ein eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers am Zusammentreffen.