Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Die Direktversicherung ist zwar nur eine Säule der betrieblichen Altersvorsorge, doch in der Praxis durchaus beliebt. Ein Grund dürfte die Tatsache sein, dass Beiträge des Arbeitgebers für die Direktversicherung seiner Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sind.

Das gilt, wenn die Beiträge im Kalenderjahr vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen. Der so errechnete Höchstbetrag steigert sich um 1.800 Euro, wenn die Beiträge auf Basis einer Versorgungszusage geleistet werden, die nach 2004 erteilt wurde. Laut der für das Jahr 2018 geltenden Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung kann der Chef bei aktuell erteilten Versorgungszusagen Beiträge für die Direktversicherung seines Mitarbeiters in einer gewissen Höhe steuerfrei leisten. Zahlt der Arbeitgeber in einem Kalenderjahr hingegen höhere Beiträge, als es die jeweiligen Höchstbeträge erlauben, muss der übersteigende Teil vom Arbeitnehmer besteuert werden. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (Urteil vom 24.8.2017, Az.: VI R 58/15) zeigt, wie wichtig dabei der Zeitpunkt der Beitragszahlung ist.

Im Urteilsfall vereinbarten die Parteien nämlich zum Ende eines Jahres eine Entgeltumwandlung sowie den entsprechenden Abschluss einer Direktversicherung. Der Versicherungsschein wurde im Dezember ausgestellt und der Versicherungsbeitrag für das Jahr vom Dezemberlohn des Arbeitnehmers einbehalten. Obwohl der Arbeitgeber ebenso im Dezember bereits der Versicherungsgesellschaft eine Einzugsermächtigung erteilte, buchte diese den Jahresbeitrag jedoch erst im Januar des Folgejahres ab. Da im darauffolgenden Dezember wiederum ein Jahresbeitrag in Höhe des geltenden Höchstbetrages fällig wurde, konnte der Beitrag für das Erstjahr nicht mehr steuerfrei bleiben, weil der kalenderjährliche Höchstbetrag deutlich überschritten war. Unter dem Strich ging so die Steuerfreiheit für das erste Jahr unnötig verloren.